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Die Stichworte der Silberleute / Ludwig Bamberger
Entstehung
Seite
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und denke man sich hinzu, daß, nicht als einzelne versteckteMaßregel im kleinen Maßstab, sondern im breiten Umfangund mit unbeugsamer Gewalt dem vom Mißtrauen an dieöffentlichen Kassen getriebenen Publikum gegen seine ZettelMassen von Silber aufgenötigt werden sollten, mit demumzugehen und sich zu belasten man nicht mehr gewöhntist, so würde offenbar diejenige Ungunst, gegen welche dieVerbreitung dieses Metalls im täglichen Verkehr schon jetztzu kämpfen hat, sich gewaltig steigern. Der künstlicheWert, zu dem man es durch die Bestimmuug zum Unter-pfand hätte steigern können, so lange kein wirklicher Geld-dienst von ihm verlangt wurde, würde iu eiueu ver-hängnisvollen Zusammenbruch umschlagen. Entweder istein Edelmetall geeignet als Geld zu dienen dann brauchtman nicht von vornherein bei seiner Bestimmung zu Geld-zweckeu Maßregeln dahin zu ergreifen, daß es nicht in seinerursprünglichen Form zu zirkulieren nötig habe; oder dasselbeist nicht geeignet, als effektives Geld gebraucht zn werden,dann sind alle Kunststücke, um es aus Umwegen dazu zuverwenden, nur unzulängliche und hinfällige Schein-maßregeln. Die Gesetzgebung, welche nur das Gold zumHauptzahlungsmittel machen will, hat an sich gar nichtnötig, Veranstaltungen zu treffen, die es entbehrlich machenund Zeichen an seine Stelle setzen. Nur der Bequemlich-keit und der wirtschaftlichen Sparsamkeit wegen hat dieGesetzgebung in den Notenbanken, dem allgemeinen Bedürfnisentsprechend, die Möglichkeit geschaffen, statt des Goldes inGold einlösbareWertzeichensBanknoten ) zu verwenden. Abersie ist keineswegs deshalb zu dieser Schöpfung gekommen,weil sie eiusah, daß das Publikum sich weigern werde, sichdes Goldes in großem Maßstab zu bedienen. Die Aus-kunftsmittcl hierfür konnte sie dem Publikum überlassen.Ganz umgekehrt verhält es sich, wie eben ausgeführt, mit