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Die Stichworte der Silberleute / Ludwig Bamberger
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genommene Geld mehr Mittel zum Lebensunterhalte em-pfangen als in früheren Zeiten? Auch diese Frage braucht mannur zu stellen, um die richtige Antwort darauf zu erhalten. Injedem Lande und nicht am wenigsten in Deutschland erhebt sichdie Klage, daß das Leben teurer wird, daß die dem EinzelnenGebote stehenden Geldmittel immer weniger hinreichen,um seine Ausgaben zu bestreiten. Diese Erfahrung erstrecktsich von der bescheidensten Wohnung bis zu dem Haushaltder mit Hunderten von Millionen arbeitenden Großstaaten.Jedes Jahr steigen die Ansprüche an die Ausgaben derRegierungen und damit an die Steuerpflicht der Staats-augehörigen; und während die Staatsangehörigen selbst inwachsendem Maßstab Mühe haben, mit den ihnen ver-fügbaren Geldmitteln den ihren Gewohnheiten entsprechendenUnterhalt zu bestreiten, sollen sie immer mehr von diesenGeldmitteln abgeben, um das immer teurer werdende Lebender Allgemeinheit zu versorgen. Zum Teil entspringt dasVerlangen grade der Regierungen nach höheren Geld-einnahmen aus der Erkenntnis, daß die große Zahl dervon ihnen besoldeten Beamten und gerade die unteren Klassenderselben mit ihren gegenwärtigen Gehältern nicht aus-kommen können. Die Volksvertretungen müssen dies aner-kennen und müssen so selbst darauf dräugen, daß der Masseder Bevölkerung ein größerer Teil ihrer Einnahmen entzogenwerde, um die Beamten in erträgliche Verhältnisse zu bringen.

Man werfe beispielsweise auf die Ausgaben unseres Ewige speci-veauswärtigen Amtes einen Blick. Nehmen wir den Etat Nachweise hiersiraus der letzten Beratung für das Jahr 1893/94 zur Hand. °g"/n im E^Was finden wir da? An zahlreichen Stellen eine Erhöhung °u-"»rtigeder Besoldungen. Gleich bei Nr. 2 lesen wir:Die ^°tt°n" s.^Dotation des Legationskanzlisten in Bangkok mit 7000 M.ist durchaus unzureichend, da seit der Festsetzung derselbenim Jahre 1888 die Preise um durchschnittlich 62 ° o ge-