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Die Stichworte der Silberleute / Ludwig Bamberger
Entstehung
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Darüber ist alle Welt einig, daß ein Metall nur dannzum Geld geeignet ist, wenn es überhaupt in seinemWert möglichst wenig sich verändert; und eines, wie dasSilber in neuerer Zeit geworden ist, dem man jetzt alsRuhm nachzusagen sucht, daß es eine fortdauerud wirkendeNeiguug zur Wertvermiuderuug habe, erweist sich schondeshalb als ungeeignet zum Gelde. Uebrigens ist es auchein Irrtum zu glauben, daß selbst vorübergehende Periodensinkenden Geldwertes deshalb von Nutzen seien, weil auden steigeuden Warenpreisen alle Welt verdiene. DasMehr, welches bei diesem Steigen vom Käufer bezahltwerden muß, kaun derselbe doch nur wieder einbringen,wenn er seinerseits das Eingekaufte wieder verkauft. Weraber nicht Fabrikant oder Kaufmann ist, wer von Arbeits-lohn oder Gehalt oder festem Einkommen lebt, der mußeben das Mehr aus seiuen Mitteln drauflegen, ohue sichan anderen dafür schadlos halten zu können: an Einemmuß es doch hängen bleiben. Und so verhält es sich auchund zwar auf doppelte Weise.

Die Klassen der Bevölkerung, welche nicht unmittelbar Auq am vorub-r-als Gewerbe- oder Handeltreibende bei steigenden Preisen «°b°"d°» G°wwn

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durch dereu nach aufwärts gerichteten Gang ihren Gewmn und Arbeitervermehren, leiden in solchen Zeiten so lange, bis auf keinen Ant-u.andere Weise durch Erhöhung des Lohnes, der Gehälterund der festen Einnahmen die endliche Ausgleichung her-beigeführt ist. Bekannt ist der Notschrei, der im 16. undAnsang des 1?. Jahrhunderts durch die Welt ging wegender Bedrängnis, die durch die steigenden Preise erzeugtwurde. Wenn jetzt auch zum Teil bestritten wird, daßdie damalige Werwerminderung des Geldes durch dieEntdeckungen der reichen Silberminen Südamerikas ver-ursacht worden sei, und für Deutschland namentlich be-hauptet wird, die Quelle des Uebels sei in der Geld-

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