Druckschrift 
Die Stichworte der Silberleute / Ludwig Bamberger
Entstehung
Seite
56
Einzelbild herunterladen
 

56

zelnen Klasse»nutze» kann.

Produkte stiegen und si.' dadurch höhere Einnahmen erzielten.Daß dies ein Irrtum ist, haben wir schon oben erwähnt.Eine solche Geldverschlechterung müßte eben mit der Zeitalle Preise gleichmäßig steigern und dadurch ebenso diejetzt daran geknüpften Hoffnungen enttäuschen, wie diesmit der allgemeinen Zollerhöhung der Fall war.

Auch wird selbst von bünetallistischer Seite zugegeben,st-ig-rung durch daß auf die Länge jede durch Vermehrung oder Ver-,°id"w°rt°""an sich woh lfeilung des Geldmaterials herbeigeführte Preissteigerungschon v-rk-hrt. sich wieder ausgleichen müsse, so daß schließlich alle einzelneniw-rgehen^^ UN selben Verhältnis zu einander ständen wie vorher.

Nur auf zweierlei legt man dabei Gewicht, nämlich erstens,daß kein Metall, sei es Gold oder Silber, in seinem Wertunveränderlich sei, uud daß, wenn man wählen dürfezwischen einem Metall, das die Neigung habe im Wert zusteigen, und einem solchen von entgegengesetzter Neigung,es besser sei, das Metall mit fallender Tendenz zur Münzezu bestimmen. Denn es entstehe dadurch eine steigendeBewegung iu alleu Preisen, und bei solchen Beweguugenmachten Industrie uud Haudel gute Geschäfte, weil jeder,der etwas gekauft habe, um es wieder zu verkaufen, durchdiese steigende Bewegung in seinem Bestreben, mehr ein-zunehmen als er ausgegeben, unterstützt werde. Ange-nommen, anch dies verhielte sich so, so ist doch sicher, daßeine Bewegung nach dieser einseitigen Richtung nicht insUnendliche fortgehen kann, weil sie allmählich zur gänzlichenEntwertung des Geldes führen würde. Ein Beispiel dieserArt liefern die Epochen, in welchen von gewissen RegierungenPapiergeld ausgegeben wurde, welches nach und nach soviel an Zahlkraft verlor, daß es gänzlich unbrauchbarwurde uud die größten Verheerungen im Lande zur Folgehatte; so beispielsweise die Assignaten der französischenRevolution und neuerdings das Papiergeld von Argentinien.