Silber und Gold.
Es sind nun schon ungefähr 20 Jahre, daß jene durchdie Wertvermiuderung des Silbers hervorgerufene Bewe-gung im Münzwesen andauert, welche so weit auseinander-gehendc Meinungen und so entgegengesetzte Interessen gegeneinander ins Feld geführt hat und noch immer führt.Alles was man zur Stütze der einen oder anderen An-schauung sagen konnte, hat man schon längst gesagt, undauch die Brüsseler Konferenz hat keine verborgenen Be-weisgründe zu Tage treten sehen. Man hat dort schöneReden und geschickte Plaidouers gehalten; aber im Grundehat man darin kaum einen oder zwei neue Gedanken ent-decken können. Unter diesen Umständen werden wir unswohl hüten, nochmals an dieser Stelle in eine prinzipielleErörterung über die Vorzüge des Monometallismusund des Bimetallismus einzutreten. Bei dem gegen-wärtigen Stande der Dinge kann die Wiedereinsetzungdes Silbergeldes als einer vollwertigen Münze auf derfrüheren Grundlage nur noch ein Traum sein, und dernächste Dienst, der diesem Metall zu erweisen wäre, be-stände darin, ihm ohne Verzug neue Absatzwege zu suchen,indem man seinen Umsatz im Handel und seine Verwendungin der Industrie begünstigte. Gewisse internationale Ver-einbarungen würden dazu wirksam beitragen. Die BrüsselerKonferenz ist nahe daran gewesen, diesen Weg zu wählen,und die Handelswelt hat sie dazu ermutigt. Vielleichtwird man darauf zurückkommen. In diesem Falle wäre