Teil eines Werkes 
1 (1931) Von der ältesten Zeit bis auf Kaiser Konstantin
Entstehung
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Bis zur Abschaffung des Königtums

ln den Jahren 483477 wurde ein heftiger Krieg zwischenVeji und Rom geführt, in welchem dieRömer schwere Nieder lagen,unter anderem im Jahre 479 den Untergang der Fabier am BacheCremera erlitten. Das Ende des Krieges aber war ein für dieRömer günstiger Waffenstillstand, auf 400 Monate, auf Grunddessen das linke Tiberufer einschließlich Fidenae von den Römernbesetzt blieb. Im Jahre 445 begann das Kämpfen aufs neue, bis425 ein erneuerter Stillstandsvertrag auf 200 Monate abgeschlos-sen wurde. Als dieser Vertrag 408 abgelaufen war, gingen dieRömer zum Eroberungskrieg gegen Veji über, in welchem Veji,von seiner Nation verlassen, nur von den Städten Capena , Valerii,Tarquinii unterstützt, unterlag. Im Jahre 396 wurde Veji durchMarcus Furius Camillus eingenommen und zerstört, um niemalswieder aufgebaut zu werden. Süd-Etrurien wurde dadurch rö-misch. Als Grenze zwischen Rom und Etrurien wurde etwa 375der Ciminische Wald (60 Kilometer nördlich der Tibergrenzc)festgesetzt. Das Aufflammen neuer Kämpfe, in welchen dieSchlachten am vadimonischen See (310 und 283) Höhepunkte desRingens mit siegreichem Ausgang für die Römer brachten, wardas letzte Stadium des 200-jährigen Existenzkampfes, welchenRom gegen die vorher in 250-jähriger Friedensgemeinschaft ihmverbundene etruskische Nation führte. Im Jahre 280 wurde denEtruskern unter dem Namen der Bundesgenossenschaft völligeAbhängigkeit diktiert, im Jahre 91 wurden sie dem römischenImperium einverleibt.

Die Geschichtsschreibung ist heute darüber einig, daß dasetruskisch -römische Ringen nur ein Teilabschnitt in dem allgemei-nen Niedergang des etruskischen Reiches war, und daß der SturzEtruriens durch eine Jahrhunderte dauernde Welterschüttcrungbewirkt wurde. Zuerst wurde das etruskische Reich zu Lande vonden Kelten (Galliern) berannt. Dann wurde seine Seemacht er-schüttert, indem es durch die Samniter aus Kampanien verdrängtwurde (die Hauptstadt Capua fiel 424). Es war sodann die ganzehellenisch-sizilische Welt, welche Etrurien zur See gegenüber-stand. Daß Dionysius von Syrakus (406367) im Jahre 369 mit-ten im Frieden PyrgLden blühenden Hafenplatz der mächtigen