Teil eines Werkes 
1 (1931) Von der ältesten Zeit bis auf Kaiser Konstantin
Entstehung
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rund 400 Jahre enthaltende Abschnitt umspannt die ganze repu-blikanische Zeit, wenn man die Zeit von 91 bis 31 v. Chr. als dieZeit der zum Kaisertum überleitenden Bürgerkriege betrachtet.

Der revolutionäre Übergang zur republikanischen Staatsformwird durch die Vertreibung der etruskischen Dynastie der Tarqui-nier eingeleitet. An diese schließt unmittelbar der Zug des Por-senna gegen Rom an, welchem der hundertjährige Kampf zwischenVeji und Rom folgt. Mit letzterem fällt zeitlich die EinkreisungEtruriens durch die Kelten und die hellenisch-sizilische Macht-gruppe sowie durch die Samniter zusammen.

Mit dem Jahr 510 v. Chr. ist das seit Roms Gründung bestan-dene römisch-etruskische Friedens- und Freundschaftsverhältnisgeborsten. Was nach diesem Jahr an Beziehungen guter Artzwischen Etruskern und Römern noch hervortritt, beschränkt sichauf besondere Situationen wie die Stellungnahme gegen den ge-meinsamen keltischen Feind, und auf die innere Fortwirkung alterReligionsgemeinschaft.

Es handelt sich also nur um die Jahrhunderte 754510, wennman wissen will, wie es gekommen ist, daß etruskische Kultur rö-misch geworden ist.

Es muß zur Beantwortung dieser Frage von dem Gründungs-vorgang der Stadt Rom ausgegangen werden, den wir in den we-sentlichen Beziehungen genau genug kennen.

IV.

Ob am 21. April, welcher seit alters als Geburtstag Romsgefeiert wird, derjenige Vorgang stattgefunden hat, welchen manals die Gründung bezeichnet, ist gleichgültig. Sicher ist, daßRom , wenn auch nicht an einem Tage erbaut, so doch an einembestimmten Tage feierlich gegründet ist. Diese Gründung fand aufdem Palatinischen Berg nach einem feststehenden Ritus statt, unddieser Ritus war der bis in alle Einzelheiten ausgebildete undrituell vorgeschriebene (Etrusca disciplina). Sein Inhalt wardie Herstellung einer das künftige Stadtgebiet umziehenden durcheine gepflügte Furche und durch Grenzsteine bezeichneten Grenze.