Teil eines Werkes 
1 (1931) Von der ältesten Zeit bis auf Kaiser Konstantin
Entstehung
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Bis zur Abschaffung des Königtums

VI.

Die vorstehenden Darlegungen hinsichtlich des altrörnischenStadt- und Staatsgebietes sind in der Geschichtsdarstellung,welche dieses Buch geben will, unumgänglich. Aber sie sind weitentfernt davon, dem Leser eine lebendige zusammenhängende Vor-stellung von der Wirklichkeit des alten Stadtbildes und seinerLage zu vermitteln.

Dieses letztere geschieht besser, wenn man das geografischeBild der Hügel und der Niederungen um und in der Stadt in einemweiteren Abstand und in größerem historischem Zusammenhangbetrachtet. Diese Art der Betrachtung bringt, im Gegensatz zuder in der vorhergehenden Darstellung fast ausschließlich maßge-benden horizontalen Beobachtung, die vertikale Gestaltung inVerbindung mit der mächtigen durch sie bestimmten und zugleichbeeinflußten Welt des Gewässers zur Erscheinung.

Sie ergibt den wichtigen Gesichtspunkt, daß die Gründungund Entwicklung Roms nicht allein und nicht in erster Linie durchdie Bliigelbildung, sondern in weiterem Maße durch diezwischen den Hügeln befindlichen Wasserflächen und Wasserläufebestimmt gewesen ist.

Welche Rolle der Tiberfluß als Verkehrsweg spielt, soll hier-bei außer Betracht bleiben, ebenso seine Bedeutung als Grenze.Es ist vielmehr die Herkunft des Tibers als Bergfluß, mit sei-nen Überschwemmungen und die nicht nur durch ihn, sonderndurch zahllose andere Wasserläufe vom Gebirge hei in Verbindungmit der Stauwirkung der Stadthügel bewirkte Charakterisierungdes ältesten Rom als Wasserstadt, wodurch eine Betrach-tungvom Gebirge her" erfordert wird. Diese möge ver-mittelt werden durch die Wiedergabe einer Schilderung vonA. v. Reumont (Geschichte der Stadt Rom Bd. I S. 8 ff.):

Am linken Ufer des die Latiner von den Etruskern scheiden-den Tiber , etwa halbwegs zwischen dessen Hervortreten aus denletzten Sabinerhöhen und der Mündung, liegt eine Gruppe vonHügeln, die den in dreifachem Bogen sich schlingenden Fluß über-