56 Bis zur Abschaffung des Königtums
lichste und kleinste derselben, aus zwei Spitzen von ungleicherHöhe mit einer sattelförmigen Vertiefung in der Mitte bestehend,heißt der capitolinische Berg. Die mittlere von bedeu-tend größerem Umfang, in der Form eines Trapezes, führt denNamen des Palatin . Südlich von letzterm, von ähnlicher aberminder regelmäßiger Gestalt mit abgestumpften Ecken, mit nochgrößerer Bodenfläche, steigt der Aventin empor. Diese dreiHöhen sind, wie gesagt, isoliert. Einst standen sie als Inselnda in dem Landsee , bis der Abfluß des Wassers nach demDurchbruch des Flusses Sümpfe zurückließ, die allmählich zuTälern wurden. Den bedeutendsten dieser Sümpfe, der den Na-men des Velabrum erhielt, bildete die Niederung gegen denTiber zu, in dem durch die Spitzen der Hügel abgegrenzten Drei-eck, spät erst trocken gelegt durch hydraulische Werke. DieseHöhen mit den an ihrem Fuße sich hinziehenden Tälern werdenvon Südost nach Norden von einer Hügelkette eingeschlossen,welche wir durch Ausläufe der von den Bergen her allmählich sichsenkenden Ebene gegen die Flußniederung gebildet sehen. Dersüdlichste dieser Hügel, zugleich von allen der umfangreichste,führt den Namen des Caelius . Ein tiefes schmales Tal schei-det ihn von der Ostseite des Palatin, während er andrerseits anseiner Wurzel mit dem Esquilin zusammenhängt, welcher ei-gentlich aus zwei Hügelzungen besteht, deren größere südliche denNamen des Oppius, die kleinere nördliche den des Cespius führte,bis man sie unter jener gemeinsamen Benennung zusammenfaßte.Ihm schließt sich eine dritte Höhe gleichen Charakters an, derViminal, hineingeschoben in die Lücke zwischen dem Esquilin und dem vierten Hügel, dem ansehnlichen langgestreckten Qui-rinal, dessen nach Süden weit vortretende Spitze bis in späteZeiten hinein mittels eines niedrigeren Rückens sich nach demKapitol hin fortsetzte. In solcher Art sind diese Höhen, mit Aus-nahme des ganz nach Süden vorgeschobene Aventin, wie im Kreisegelagert, und schließen ein durchaus unregelmäßiges Tal ein, des-sen tiefere Stellen um so länger von stehenden Gewässern bedecktbleiben mußten, als natürliche Quellen die Wirkungen der periodi-schen Überschwemmungen des Flusses mehrten.