Das Gebiet der Stadt
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Die Vertiefung und der Aufgang der Carinen zwischen derSüdspitze des Quirinal und dem Oppius, das Tal der Subura zwi-schen Esquilin, Viminal und Caelius, jenes endlich zwischen Pa-latin und Kapitol, welches nachmals zu dem weltberühmten Haupt-platz der Stadt, dem Forum, umgeschaffen wurde, standen durchzwei kleine Sümpfe, deren Namen die Tradition bewahrt, in Ver-bindung mit dem Velabrum und dem Ufer des Stromes.
Man kann sagen, daß das Gebiet der späteren Stadt Rom aufdem linken Tiberufer, vor der Zeit des romulisch-sabinischen Ge-meinwesens, dem von außen herankommenden Beschauer sich alseine Anzahl von Bodenerhebungen darstellte, die aus einem aus-gebreiteten Wassergebiet emporstiegen, welches aus Seen undWasserläufen, quelligen Sumpfflächen und tiefem Morast bestand.Nur gegen Südosten (Esquilin ) hatten diese Bodenerhebungenfeste Landverbindungen gegen das Gebirge hin, als dessen letztezungenartige Ausläufer sie erschienen. Im übrigen waren sie zumTeil Inseln (Aventin, Caelius ), teils Höhen, welche nur durchschmale, defileeartig das Wassergebiet teilende und als Brückenwirkende Landverbindungen zusammenhingen (Palatin und Esqui-lin, durch die Velia verbunden, Quirinal und Kapitol). Die größteund hinderlichste Wasserfläche lag zwischen Palatin , Kapitol,Esquilin und Caelius , also im Gebiet des späteren Forum Roma-num. Die am empfindlichsten den Verkehr von Hügel zu Hügelhindernde Kluft lag östlich zwischen Esquilin und Quirinal .
VIL
Die vorstehend geschilderte Situation stellte der Entwicklungder Stadt besonders zwei Aufgaben:
Entwässerung und Bodenausgleichung zwischen den Hügeln.
Die größten Maßnahmen, durch welche die Lösung dieserAufgaben in der Königszeit unternommen wurde, sind der Bauder Cloaca Maxima und des Agger Servianus.
Von letzterem ist bereits berichtet.