106 Von der Abschaffung des Königtums bis 91 v. Chr.
dei- Stadt Rom gehörte. Vom Forum Romanum führte, durchdie nach Capua benannte, Porta Capena, die Via Appia , „dieKönigin der Straßen“ fast gradlinig nach Capua, der kampani-schen Hauptstadt. Diese war der Schlüssel für die Wege nachden Seestädten, Neapel, Tarent, Thurii . Von dort her kamen inden punischen Kriegen die direkten Angriffe der karthagischen H eere.
Von dort erschien insbesondere im Jahre 212 v. Chr. Hanni-bal plötzlich vor Rom („Hannibal ante portas“).
Der Bericht, welchen Th. Mommsen (röm. GeschichteBd. 1 S. 639) über dieses„ante portas“ gibt, sei hier, der zusam-menhängenden Erörterung der hannibalischen Feldzüge vorgrei-fend, wiedergegeben, um erkennbar zu machen, wie auch die zu derZerstörung Karthagos führenden Kriege die Stadt Rom unmit-telbar angingen.
VIII.
Im Frühjahr 212 v. Chr. hatten die Römer Capua einge-schlossen, nachdem Hannibal von dort in der Meinung abmar-schiert war, Capua sei gegen die Römer gesichert. Auf dringen-des Verlangen der Capuaner nach Entsatz, weil die ungenü-gend verproviantierte Stadt sich nur noch kurze Zeit haltenkonnte, brach Hannibal in Eilmärschen mit 33 Elefanten undseinen besten Truppen von Tarent nach Campanien auf, hob denrömischen Posten in Calatia auf und nahm sein Lager am BergeTifata unmittelbar bei Capua, in der sicheren Erwartung, daß dierömischen Feldherrn eben wie im vorigen Jahre darauf hin dieBelagerung aufheben würden. Allein die Römer, die Zeit gehabthatten ihre Lager und ihre Linien festungsartig zu verschanzen,rührten sich nicht und sahen unbeweglich von den Wällen aus zu,wie auf der einen Seite die campanischen Reiter, auf der anderndie numidischen Schwärme an ihre Linien anprallten. An einenernstlichen Sturm durfte Hannibal nicht denken; er konnte vor-aussehen, daß sein Anrücken bald die andern römischen Heerenach Campanien nachziehen würde, wenn nicht schon früher derMangel an Futter in dem systematisch ausfouragierten Lande ihn