Roms Kriege bis zum Jahre 91 v. Chr.
105
in immer weiteren Kreisen als das Bollwerk der zivilisierten Na-tionen Italiens gegen den Anstoß der gefürchteten Barbaren er-schienen — ein Auffassung, die ihre spätere Weltstellung mehrals man meint gefördert hat.“
VII.
Die Kämpfe, zu welchen nunmehr übergegangen wird, näm-lich diejenigen, welche Rom in drei Kriegen gegen Karthago (I 264—241, II 218—201, III 149—146) und in den drei soge-nannten „macedonischen“ Kriegen (I 215—205, II 200—197,III 171—168) führte, sind anderer Art als alle früheren KriegeRoms. Die Kriege gegen Etrurien, gegen die Latiner (außer viel-leicht dem Krieg des Tarquinius ) gegen die Herniker, Aequer,Volsker, Sabiner, auch — in einem etwas anderen Sinn —die samnitischen Kriege, waren Abwehr- und Vorbeugungskriege.Hinsichtlich der vor 343 v. Chr. geführten Kriege muß man sagen,daß sie aus der Bedrängung der stadtrömischen Siedelung durchringsum lauernde Feinde mit Naturnotwendigkeit hervorgegan-gen sind.
Mit den samnitischen Krieger, lag es etwas anders. Sie gin-gen aus einer Situation gegenseitigen und beiderseits begrün-deten Mißtrauens zweier starker Mächte hervor, von denen einejede überzeugt sein konnte, daß nur die Niederwerfung der andernihre Existenz sichern könne. Ganz anders aber lag es mit Karthago und Macedonien-Griechenland. Hier war der Krieg bis zur Ver-nichtung die Konsequenz schicksalmäßiger politischer Notwen-digkeit.
Es fragt sich, ob eine Darstellung der Geschichte der StadtRom die Kriege nach 343 oder wenigstens diejenigen nach 264ganz beiseite lassen könnte. Dies ist entschieden zu verneinen.
Hinsichtlich der Samniterkriege ist unsere Darstellung inder Beschränkung des Materials an die äußerste Grenze gegangen.Es sei eben darum hier noch hervorgehoben, daß Kampanien beiBeginn der samnitischen Kriege zur örtlichen Interessensphäre