Roms Kriege bis zum Jahre 91 v. Chr. 121
seines jugurthinischen Triumphes, i. Januar 104, trat er seinerstes Konsulat beschließend, sein zweites Konsulat an.
Sogleich schritt er zur Tat, um die nordischen Barbai-en voneinem Einbruch in Italien abzuhalten.
Mit genialer Sicherheit wählte er seine Empfangsstellung fürdie Feinde an der Westseite der Seealpen, in der Provinz GalliaNarbonensia. Am Zusammenfluß der Rhone und der isere, dort,von wo die damals einzigen Heerstraßen (über den kleinen Bcr-nard und an der Küste) beherrscht und den Ankömmlingen ver-legt werden konnten, schlug er ein Dauerlager auf.
Er sammelte Truppen ersten Ranges.
Bis zum Jahre 102 stand er hier, nachdem er auch für dieJahre 103 und 102 zum Konsul gewählt war. Er benutzte dieZeit zur Ertüchtigung'und zur Schulung des Heeres und zum Baueines Kanals, von einem Punkte oberhalb der Mündung der Rhone auf der linken Seite nach einer geeigneten Stelle der Meeresküsteum die Zufuhr zu dem Lager vom Meere her zu erleichtern.
Im Sommer 102 kamen in gewaltiger Masse Heerscharen derCimbern und Teutonen heran, um über die Westküste der Alpen nach Italien einzudringen. Sie unternahmen sofort einen hefti-gen Sturm auf das Lager des Marius, welcher drei Tage währte,aber ohne Erfolg blieb. Der Angriff wurde nicht verfolgt. DieHeeressäule der Barbaren mit ihrem ganzen Wagentroß, Frauen,Kindern, Greisen, trat die Wanderung nach Italien an. Der Zugging an dem römischen Lager vorbei, das Rhönetal hinunter, in-dem die Marschkolonnen sich in gelassener Bewegung voranscho-ben. Sechs Tage hintereinander dauerte der Vorbeimarsch amrömischen Lager. Marius ließ ihn kampflos geschehen, sodaß dieBarbaren höhnisch zum Lager hinaufriefen, „ob die Römer nichtAufträge für ihre Frauen daheim hätten“.
Die Fortsetzung der Geschehnisse sei hier mit den WortenTh. Mommsens (röm. Gesch. Bd. II S. 184) dargelegt:
Als der Zug vorüber war, brach auch Marius sein Lager abund folgte dem Feinde auf dem Fuß, in strenger Ordnung undNacht für Nacht sich sorgfältig verschanzend. Die Teutonen, die