Teil eines Werkes 
1 (1931) Von der ältesten Zeit bis auf Kaiser Konstantin
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Innerpolitische Geschichte

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lungnahme des, wie man wußte, auf Erwerbung höchster Gewaltbedachten Mannes war bisher nur insoweit bekannt geworden,daß er gewillt sei, die von den leitenden Männern der OppositionLucius Appulejus Saturninus und Gajus Servilius Glaucia, be-triebene gesetzliche Anweisung von Ackerland (insbesondere imkarthagischen Gebiet) zu Gunsten der marianischen Veteranenund anderer Bedürftiger auszubauen. Es war dies die Grund-lage, auf welcher die Wahl des Marius zum Konsul und des Glau-cia zum Praetor für das Jahr ioo zwischen diesen Männern ver-einbart und mit Energie durchgesetzt worden war. Aber wäh-rend des Amtsjahres ioo trübte sich bald das persönliche Ver-hältnis des Marius zu den Genossen, und noch vor dem Jahres-schluß trat ein vollständiger Bruch ein. Saturninus und Glauciawendeten ihre Schritte zuerst auf Ausschließung des Memmiusvom Konsulat. Zu diesem Behufe ließen sie den Memmius durcheinen Haufen Gesindel überfallen und mit Knütteln erschlagen.Der Senat forderte den Konsul Gajus Marius auf einzuschreiten.Der Konsul mobilisierte schleunig die junge Mannschaft. DerSenat selbst erschien bewaffnet auf dem Markt, an der Spitzesein greiser Vormann Marcus Scaurus . An dem Tage, wo dieneuen Volkstribune ihr Amt anzutreten hatten, am io. Dezemberioo kam es auf dem großen Markte zur Schlacht, der ersten, die,seit Rom stand, innerhalb der Mauern der Hauptstadt geliefertworden ist. Saturninus und Glaucia kamen um.An dem ei-nen Tage starben ohne Urteil und Recht vier Beamte des römi-schen Volkes: ein Praetor, ein Quästor, zwei Volkstribune undeine Anzahl anderer bekannter und guten Familien angehörigerMänner. (Mommsen, a. a. O. S. 207).

Die vorstehenden Beispiele aus den inneren Kämpfen im rö-mischen Volk von 287 bis 91 v. Chr., denen sich auch eine Anzahlanderer Beispiele hinzufügen ließe, insbesondere aus der ver-wirrten Zeit der Gracchischen Kämpfe 133121, sind be-stimmt, darzutun, daß die Reihe jener Kämpfe sachlich nicht aufeinen gemeinsamen Nenner zu bringen ist. Wenn man sie alsKämpfe der Volkspartei gegen die Optimaten oder der nobilesgegen die populäres bezeichnet, so folgt man einem Sprachge-

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