Teil eines Werkes 
1 (1931) Von der ältesten Zeit bis auf Kaiser Konstantin
Entstehung
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158 Von der Abschaffung des Königtums bis 91 v. Chr.

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zugezogen hatte. Die Einzelheiten des Zustandekommens dieserbeiden Wahlkompromisse sind uns nicht überliefert. Der gesamteHergang aber wird durch die. folgenden Tatsachen beleuchtet.Als Hannibal 218 über die Alpen nach Italien herab kam, warenKonsul: P. Cornelius Scipio und Tib. Sempronius Longus. Diesebeiden Konsuln wurden von Hannibal geschlagen, Scipio am Tici-nus, Sempronius an der Trebbia. Darauf wurde Q. Fabius Mariuszum Diktator bestellt. Unzufrieden mit dessen Kriegführungwählte man für 217 außer dem Kandidaten der Senatspartei denKandidaten der Volkspartei C. Flaminius . Am TrasimenischenSee wurde das Heer des Flaminius geschlagen. Flaminius selbstfiel. In dieser Lage wurde neben dem L. Aernilius Paullus derVolksmann C. Terentilius Varro gewählt. Dessen unvorsichtigerAngriff gegen Hannibal ergab die furchtbare Niederlage der Rö-mer in der Schlacht bei Cannae , am 2. August 216, in welcher derKonsul L. Aernilius Paullus fiel. Diese Niederlage hatte die er-staunliche Folge, daß der Gegensatz der Parteien, welcher zu denTendenzwahlen von 217 und 216 geführt hatte, förmlich und fei-erlich abgetan und dies dadurch erhärtet wurde, daß der Senatdem Varro seinen Dank dafür aussprach, daß er an der Republik nicht verzweifelt, sondern vom Schlachtfeld von Cannae sich miteiner kleinen Schar nach Venusia gerettet und dort sofort einenneuen Heerhaufen gesammelt hatte. Erst nach vierzehn Jahrenweiteren Kampfes der geeinigten römischen Bürgerschaft wurdeHannibal in der Schlacht bei Zama besiegt.

2) Für das Jahr 99 bewarb sich Gajus Memmius (der Volks-tribun des Jahres 111, welcher damals im Senat die Kriegser-klärung gegen Jugurtha durchsetzte und dann den mit Jugurtha abgeschlossenen Frieden erfolgreich anfocht) um das Konsulat,und zwar auf Veranlassung der regierenden Senatspartei, wäh-rend als Kandidat der demokratischen Partei (Momtnsen, röm.Gesch. II S. 198) Gajus Servilius Glaucia auftrat. Die für dieWahl maßgebenden Umstände waren verworren und unsicher.Bestimmend für den Ausgang war der W T ille des nach seinenSiegen in Afrika und über die Cimbern und Teutonen im Jahrexoo sein sechstes Konsulat bekleidenden Marius. Aber die Stel-