Teil eines Werkes 
1 (1931) Von der ältesten Zeit bis auf Kaiser Konstantin
Entstehung
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Rom und Italien von 91 bis 29 v. Chr.

ker sowie von den meisten Provinzen verfehmten Aristokratenwar die Provinz Mazedonien, soweit sie in Sullas Gewalt war.Dorthin rettete sich Sullas Gemahlin und ihre Kinder, welche mitgenauer Not dem Tode entgangen waren, ebenso eine große An-zahl von Senatoren, sodaß sich bald in Sullas Hauptquartier eineArt von Senat bildete.

Die römische Regierung verfolgte den Sulla mit scharfenDekreten. Die Komitien entsetzten ihn seines Kommandos, sowieseiner sonstigen Würden und ächteten ihn. Sein Haus in Rom wurde geschleift, seine Landgüter wurden verwüstet.

III.

Als Sulla im Frühling 83 in Brundisium landete, verfügteer über etwa 40,000 Mann in vieljährigem Kriegsleben bewährterund ihm enthusiastisch ergebener Kerntruppen. Dieselben hattensich nach römischer Sitte miteinander durch Treueid verbundenund freiwillig ein jeder seine Sparpfennige dem Feldherrn alsBeisteuer zu den Kriegskosten übergeben.

Sulla warb um die Bundesgenossen, indem er ihnen das volleBürgerrecht zusicherte. Er warb um alle seine Gegner, indemer jedem unbedingte Begnadigung zusagte, der sich noch jetztvon der revolutionären Regierung lossagen würde. Seine Sol-daten ließ er Mann für Mann schwören, daß sie den Italikerndurchaus als Freunden und Mitbürgern begegnen würden.

Die Konsuln C. Norbanus und L. Scipio standen in Cam-panien. Sulla nahm seinen Weg dorthin über den Appenin . Erbesiegte am Berge Tifata den Norbanus, welcher mit dem Restseiner Soldaten nach Capua floh. Scipios Truppen gingen samt. und sonders zu Sulla über. Scipio und sein Sohn wurden gefan-gen. Sulla entließ sie beide großmütig.

Aus dem Lager des Norbanus ging Cn. Papirius Carbo, derKonsul der Jahre 85 und 84, nach Rom , ließ dort den Sulla unddie übrigen Häupter seiner Partei für Feinde des Vaterlandeserklären und sich sowie dem C. Marius (Sohn oder Neffe desberühmteren Marius ), welcher erst 20 Jahre alt war, das Kon-sulat übertragen.