Teil eines Werkes 
1 (1931) Von der ältesten Zeit bis auf Kaiser Konstantin
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Pompe jus und Caesar

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Jahre 78 bekleidete Pompejus das Konsulat. In den Jahren7772 kämpfte er in Spanien gegen Sertorius , 61 gegen die vonSpartacus geführten aufständischen Sklaven in Italien . Amletzten Tage des Jahres 71 hielt er seinen spanischen Triumphin Rom . Im Jahre 70 verwaltete er wiederum das Konsulat.

Als Konsul ließ er es sich, in Verbindung mit seinem Mit-konsul M. Licinius Crassus , angelegen sein, die Sullanische Ver-fassung in den praktisch wichtigsten Teilen (Gewalt der Volks-tribunen, Strafgerichtsbarkeit, Amtstätigkeit der Censoren) rück-gängig zu machen. Die Tribunen und die Censoren wurden reha-bilitiert, die Gerichtsbarkeit wurde dem Senat genommen und ge-mischten Gerichten übertragen. Pompejus gewann dadurch raschdie Volksgunst, um welche er auch sonst sich erfolgreich be-mühte. Er trug Sorge, daß (zum ersten Mal seit Sulla ) Censorengewählt wurden und in Tätigkeit traten. Als die neuerwähl-ten Censoren, L. Gellius und Cn. Lentulus, das Lustrum, dasheißt die Versammlungen der Bürger, in welchen das Bürger-recht und die Censusklassen kontrolliert wurden, berufen hatten,benutzte Pompejus dies zu einer für ihn und für die politische Si-tuation charakteristischen Demonstration. Herkömmlicherweisemußten die Ritter (zu denen formell auch Pompejus noch ge-hörte) mit ihrem vom Staat gestellten Pferde erscheinen, um esabzuliefern. Sinngemäß wäre der Konsul von diesem Akt ohneZweifel dispensiert gewesen. Pompejus aber erschien mit sei-nem Pferde, in der Amtskleidung und mit den Insignien des Kon-sulates.Hast du, so fragten (sicherlich nach Verabredung)die Censoren,hast Du, Pompejus Magnus , an so vielen Feldzü-gen teilgenommen als die Gesetze verlangen?Ja, antworteteer,an allen, und zwar alle unter meinem Oberbefehl. Er er-regte damit, wie berichtet wird, einen grenzenlosen Jubel desVolkes.

Pompejus wurde, getragen von dem Enthusiasmus des Vol-kes, im Jahre 67 mit dem Oberbefehl gegen die das Mittelmeer und dessen Küsten terrorisierenden Seeräuber mit unbegrenzterHoheit über das Mittelmeer nebst dessen Küsten 75 Km. land-einwärts, betraut. Er vernichtete die Seeräuber innerhalb 3

Neomario, Geschichte der Stadt Rom

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