Teil eines Werkes 
1 (1931) Von der ältesten Zeit bis auf Kaiser Konstantin
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Pompejus und Caesar

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Bei Dyrrhachium schloß Caesar das Heer des Pompejus ein,wurde aber durch dessen siegreichen Durchbruch zum Rückzugnach Thessalien gezwungen.

Der zweite Kampf, welcher am 9. August 48 bei Pharsalus in offener Feldschlacht stattfand, führte zum völligen SiegeCaesars. 20 000 Pompe j an er streckten die Waffen, währendalle übrigen zersprengt wurden.

Pompejus floh über Lesbos nach Ägypten .

Dort wurde er (Ende September 48) auf einem Landungs-schiff, welches ihm von dem Minister des jungen Königs Ptole-maeus zur Verfügung gestellt war, verräterisch ermordet.

Caesar brach nach dem Sieg von Pharsalus direkt vomSchlachtfeld mit einer Anzahl Reiter und einer Legion zumMarsch nach Ägypten auf (über Thessalien und Kleinasien ), umden Pompejus zu verhindern, ein neues Heer aufzustellen. Unter-wegs brachte er seine Truppen auf die Stärke von 4000 Mann.Mit diesem Kontingent traf er auf der Reede von Alexandria ,kurz nach der Ermordung des Pompejus ein, welche er dadurcherfuhr, daß ihm das Haupt des Ermordeten nebst dessen Siegel-ring auf das Schiff entgegengebracht wurde. Caesar soll tieferschüttert das Gesicht abgewendet haben und in Tränen aus-gebrochen sein.

V.

Der Tod des Pompejus bedeutete nicht die Beseitigung derGegnerschaft gegen Caesar , welche in dem Verstorbenen perso-nifiziert war. An des Pompejus Stelle traten seine SöhneGnaeus und Sextus , dazu sein Schwiegervater, der Oberbefehls-haber Q. Metellus Scipio, ferner als bewährte Offiziere Lalienus,Petrejus, Afranius, Cato. Nach der Schlacht bei Pharsalus be-gaben sich diese nach Numidien , wo die Verfassungspartei seit49 unbedingt herrschte. König Juba von Numidien bildete einenHort der Partei, und organisierte den Kampf gegen alle der An-hänglichkeit an Caesar verdächtigen Elemente. In Utika wurdeder PompejanischeSenat der Dreihundert von Thessalonike