Teil eines Werkes 
1 (1931) Von der ältesten Zeit bis auf Kaiser Konstantin
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Rom und Italien von 91 bis 29 v. Chr.

erneuert. Die Reste der bei Pharsalus versprengten Armee sowiedie Pompejanischen Besatzungstruppen aus Dyrrhachium , Ker-kyra, dem Peloponnes fanden sich allmählich hinzu. So bildetesich dort eine mächtige Koalition mit einer gefährlichen Kriegs-macht.

Es war selbstverständlich, daß Caesar , um die Alleinherr-schaft zu besitzen, diesen Herd dauernder Gefahr vernichtenmußte. Er verschob aber diese Aktion in weisester Zurückhal-tung. Erst 14 Monate nach dem Tode des Pompejus setzte ermit seinem Heer von Sicilien nach Numidien über (Dezember47), und erst am 6. April 46 besiegte er in der blutigen Schlachtbei Thapsus (unweit Hadrumetum an der numidischen Küste)die vereinigten Gegner. Der 56-jährige Feldherr führte dabeiden Hauptangriif persönlich, indem er an der Spitze seines rech-ten Flügels gegen die feindliche, mit einer Linie von Elefantengepanzerte Front vorgaloppierte. Die Elefantenlinie wurde durchSchleuderkugeln gegen die hinter ihr verschanzte Truppe zurück-gescheucht, und die ganze Front dadurch aufgerollt. Fünfzigtau-send Leichen bedeckten das Schlachtfeld von Thapsus, von dersiegenden Armee dabei nicht mehr als 50 Tote. Metellus Scipio,König Juba, Petrejus entleibten sich. Marcus Portius Cato be-siegelte das Ende seiner Partei und der römischen Republik,indem er sich zu Utika in sein Schwert stürzte (Uticensis ).

Caesar verließ im Juni 46 Afrika und reiste über Sardinien (13. Juni) nach Rom, wo er im Juli ankam. In Sardinien ver-nahm er, daß die von Thapsus nach Spanien geflohenen Söhnedes Pompejus dort einen schweren Aufstand der Städte in Ver-bindung mit aufrührerischen römischen Truppen unterstützten,worauf er eine Flotte und eine Landmacht nach Spanien schickte,um den Aufstand zu erdrücken. In Rom angekommen erfuhrer, daß der spanische Aufstand noch immer gefährlich lohe. Erbeschloß deswegen, selbst nach Spanien zu gehen, reiste im No-vember von Rom ab, und war nach 27 Tagen bei seinem Heerin Spanien . Als den militärischen Oberbefehlshaber der Auf-ständischen fand er sich gegenüber den Gnaeus Pompejus . Erstam 17. März 45 kam es bei Munda (nördlich von Granada ) zur