Caesars Werk. Sein Tod
227
meermonarchie Caesars“ (Th. Mommsen ) kann als geschichtswis-senschaftliches Problem in unserer Darstellung nicht weiter ver-folgt werden. Es muß aber insoweit davon gehandelt werden,als gezeigt werden muß, wie die weite Spannung des neuen Rah-mens des Reiches, auch das besondere Schicksal der Stadt Rom auf eine völlig veränderte Basis versetzte.
Der auch für die Stadt Rom wichtigste Tatsachenkomplexinnerhalb des Werkes Caesars ist die Grenzerweiterung und dieGrenzsicherung des römischen Reichsgebietes. Dadurch wurdeRom der Mittelpunkt und die Hauptstadt des gesamten um dasMittelmeer liegenden Kulturgebietes nebst den dieses Gebiet um-rahmenden Provinzen.
Ein zweites für die Stadt Rom bedeutsames, aber in an-derer Richtung liegendes Moment ist die mit jener Erweiterungverbundene grundsätzliche Aufhebung der politischen Differen-zierung, welche bisher zwischen der Stadt Rom und allen anderenStädten des Reiches bestand.
In der von Caesar erlassenen Gemeindeordnung, lex Juliamunicipalis, vom Jahre 45, wurden die Stadtgemeinden Italiens mit Rom völlig gleichgestellt. „Das Schicksal, das die römischeGemeinde den Unterworfenen zu bereiten gewohnt gewesen war,widerfuhr durch Caesar ihr selber. Ihre Suveränität über dasrömische Reich verwandelte sich in eine beschränkte Kommu-nalfrciheit innerhalb des römischen Staates“ (Mommsen ).
Die Herausstellung der kommunalen Selbständigkeit allerMunizipien, ebenso wie diejenige der Stadtgemeinde Rom , för-derte Caesar mit einem Schlage durch die Aufhebung der fiktivgewordenen Vornahme der Bürgerzählung und der Bürgerschät-zung für das ganze Reich in Rom . Caesar übertrug diesenwichtigen Staatsakt auf die einzelnen Gemeinden. Für die StadtRom war die Vorstellung, das römische Reich gehe in ihr auf,zu einer gefährlichen Fiktion geworden, weil sie einer kräftigenund selbständigen Entwicklung des örtlichen Gemeinwesens,wie sie die Munizipien gewonnen hatten, nicht günstig war,Auch Caesar hatte diese Fiktion nicht ausrotten können. Er
15 *