Teil eines Werkes 
1 (1931) Von der ältesten Zeit bis auf Kaiser Konstantin
Entstehung
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Rom und Italien von 91 bis 29 v. Chr.

Legate auszuzahlen, welche Caesar in seinem Testament errich-tet hatte.

Antonius seinerseits hatte sofort nach der Ermordung Cae-sars sich des Staatsschatzes bemächtigt (700 Millionen Sester-zien) und sich durch Volksbeschluß die Provinz Gallia cisalpina zuteilen lassen. Sodann hatte er mit dem Senat Verhandlungenmit dem Erfolg gewisser Abmachungen geführt, welche dieStaatslage einstweilen im Gleichgewicht hielten, indem den Ver-schworenen wegen der Ermordung Caesars Amnestie erteilt unddie Gültigkeit aller Anordnungen Caesars anerkannt wurde. Die-ses Kompromiß wurde kurz nach dem 17. März geschlossen undin Rom als Friedens- und Freudenfest gefeiert.

II.

Antonius und Octavianus waren beide darauf angewiesen,bestimmte praktische Gesichtspunkte gleichmäßig zu verfolgen.Beider Bestreben mußte zunächst dahin gehen, die Volksgunst zupflegen, ohne andererseits den Senat sich zum Feinde zu machen.Sowohl Octavianus als Antonius waren ferner gleichmäßig durchGefahren bedroht, welche sich in erster Linie an den Namen desM. Aemilius Lepidus (Pontifex maximus und Statthalter derProvinz Gallia Narbonensis ), sodann an die Namen der Provin-zialstatthalter M. Brutus (Macedonien), M. Cassius Longinus (Syrien), Decimus Brutus (Gallia cisalpina ) knüpften, von de-nen die drei zuletzt Genannten an der Ermordung Caesars be-teiligt waren.

Eine kurze Zeit (bis Ende September 44) unterhielten An-tonius und Octavianus ein gewisses Einvernehmen miteinander,welches ihnen beiden zum Vorteil gereichte. Dann aber wurdedieser Zustand durch Antonius abgebrochen. Dieser verließ am9. Oktober 44 Rom und ging nach Brundisium, wo er seine Le-gionen versammelt hatte. Dies war das Signal für Octavianus ,auch seinerseits Truppen zu sammeln. Er warb im Samniter-gebiet und in Kampanien ro 000 Veteranen Caesars für sich.Zugleich bemühte er sich, mit Hilfe Ciceros , um Anschluß an