Viertes Buch
Baugeschichte der Stadt Rom bis 14 n. Chr.
Kapitel I.
Königszeit und Republik.
i.
ie palatinische Fläche (Roma quadrata) umfaßt denvon dem befriedeten Grenzgürtel (pomerium) um-gebenen und durch Marksteine (cippi) kenntlichen,von gewöhnlicher Besiedelung ausgeschlossenen, fürsakrale Zwecke sowie staatsbürgerliche und militärische Ver-sammlungen sowie bei Angriffsgefahr als Zufluchtsort vorbehal-tenen Flächenbereich auf und an dem palatinischen Hügel.
Im weiten Umkreis um dieses palatinische Viereck herumführte die Festungsmauer (auf der Ostseite der Stadt als „agger“zu einer breiten Bastion entwickelt) des Servius Tullius . Durchsie erhielt Rom den Charakter einer geschlossenen Stadt und zu-gleich den einer Festung. In diesem Stadtbereich war eine er-hebliche Zahl älterer und jüngerer Siedlungen zusammengeschlos-sen, welche sich bis dahin nicht von anderen jetzt außerhalb derStadtmauer bleibenden Siedlungen unterschieden: Bauerkatenund Hirtenfarmen aber auch eine Reihe reicherer Hausanlagen,manche Wohnungen aus Holz, gedeckt mit Stroh oder Rohr,später mit Schindeln. Die Zahl der Feuerstellen hat sichdann während der Königszeit nicht nur durch Geburtenzuwachs,sondern auch durch Einwanderungen stark vermehrt, namentlichvon Etruskern und Latinern, deren Zuzug von den Königen be-