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günstigt wurde. — Die Latiner siedelten an dem Aventinus , dieEtrusker auf und an dem Berg Caelius .
Das öffentliche Leben spielte sich auf und an dem gegenPalatin und Kapitol gelegenen Forum ab, auf welchem sich auchdas Marktleben abwickelte, mit Verkaufsstellen am Forum inGestalt von Holzbuden (tabernae).
Das Bild der Stadt würde nicht vollständig sein, wenn nichtan den Morast der zwischen den Hügeln liegenden Niederungen,teilweise zu ausgebreiteten Flachteichen ausgebildet, und an dieBewachsung der Hügel erinnert würde, mit wildem Ge-büsch über und zwischen den felsigen Abhängen, gekrönt viel-fach durch Haine , meist Lorbeer, welche zum Teil zu heiligenHainen geweiht waren, besonders auf dem Palatin , dem Kapitol,dem Aventin. Charakteristisch waren endlich zahlreiche kleinedurch die Stadt verstreute, aber auch gruppenweise liegendeHeiligtümer ,,sacella“, eingeschlossene aber unbedeckte einerGottheit geweihte Atläre. Außerdem wird die das gesamte öf-fentliche und private Leben der Römer durchsetzende historirsehe Mystik durch andere Heiligtümer, wie den heiligen Feigen-baum, den heiligen Ölbaum, den heiligen Weinstock nebst ande-ren ähnlichen Gegenständen religiöser Verehrung verkörpert.
Im starkem Gegensatz zu dem im Stadtbild weit überwie-genden primitiven bäuerlichen und altertümlichen Gepräge stan-den das großartige massige Profil der Stadtmauer, der riesigeKloakenbau, ferner der zwischen Palatin und Aventin liegendeCircus Maximus , endlich die Curia Hostilia am Forum und dasfurchtbare Staatsgefängnis (Carcer Mamertinus, Tullianum) amFuß des Kapitols. Diese Werke waren samt und sonders per-sönliche Schöpfungen der Könige.
Es ist hervorzuheben, daß die Könige ganz besonders denstädtischen Lebensproblemen, welche in den Überschwemmun-gen des Tiberflusses lagen, durch die Entwässerungskloaken,durch die berühmte hölzerne Brücke (pons sublicius) und durchQuaianlagen unter dem Aventin am Tiberufer erfolgreich zubegegnen verstanden haben.