Teil eines Werkes 
1 (1931) Von der ältesten Zeit bis auf Kaiser Konstantin
Entstehung
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Pan cm et Circe nscs

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Am Anfang des 5. Jahrhunderts hob Iionorius die Fechter-spiele, im 6. Theodorich die Tierkämpfe auf.

Im Mittelalter diente es römischen Großen, unter anderin denFrangipani und Annibaldi als Festung.

Im 14. Jahrhundert begann die Zerstörung des Gebäudes,zum Bau des Palazzo Venezia, der Cancelleria und des PalazzoFarnese sind hier die Steine entnommen. Clemens X. (16701676) legte in dem verfallenden Gebäude eine Salpeterfabik an.Erst seit Benedict XIV. (17401758) hat man die trotz allerZerstörung immer noch überwältigenden Reste durch Aufführungzweckmäßiger Bauten vor weiterem Verfall geschützt.

Über die architektonisch-künstlerische Bedeutung des Colos-seums hat Jacob Burckhardt imCicerone folgende Bemerkun-gen gemacht:

Von den Amphitheatern, einer rein römischen Schöpfungfür die Kämpfe von Gladiatoren und Tieren, besitzt Rom in sei-nem Colosseum weit das mächtigste Beispiel.

Der Eindruck der einen Außenseite ist, wenn man sich in dieBogen der oberen Stockwerke Statuen hineindenkt, und zwischenden Pilastern der obersten Wand eherne Reliefschilde befestigt,ein so vollständiger, daß wir kurz sein können. Die ganze Detail-bildung ist der riesenhaften Masse wegen mit Recht höchst ein-fach; die unterste Ordnung hat z. B. keine Triglyphen mehr, diehier doch nur kleinlich wirken würden. Die Konsolen der ober-sten Wand, den Öffnungen im Kranzgesimse entsprechend, dien-ten wahrscheinlich den Mastbäumen zur Stütze, an welchen dasriesige Velarium oder Schattentuch befestigt war. Die Griechenhatten ihre Theater in Thalabschlüsse hineingelehnt oder aus demFels gehauen. Die Römer bauten ihre Theater frei vom Bodenauf und mußten sie daher von außen ringsum dekorieren. DasMotiv, welches sie zugrunde legten, war ein sehr verständiges.Es fiel ihnen nicht ein, einer großen Menschenmasse zuzumuten,daß sie sich durch nur zwei, drei Türen mit einer Breite von je20 Fuß geduldig entferne, wenn das Schauspiel zu Ende war,oder daß sie gar, wenn Tumult entstand, nicht zu drängen an-