Panem et Circenses
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nackte Gestalten, fast ohne Rüstung, mit Netz, Dreizack undDolch bewaffnet, verfolgt von den mit Visierhelm, Schild undSchwert leicht bewaffneten „Secutoren“, ihrerseits die schwer-gerüsteten Gallier und Myrmillonen umschwärmend, die mit ge-schlossenem Visier in kauernder Stellung sie erwarteten. IhreAngriffswaffe war das Netz, das sie dem Gegner überzuwerfensuchten, um ihm dann, mit dem Dreizack oder dem Dolch, denTodesstoß zu geben. Die mit dem großen viereckigen Schildevon Manneslänge gedeckten „Samniten“ kreuzten ihre kurzengeraden Schwerter mit den gebogenen Schwertern der nur miteinem kleinen runden Schilde versehenen Thracier.
Anders kämpften die Waffenkämpfer, welche wie mittelalter-liche Ritter ganz in Eisen gehüllt waren und mit ihren Stößennach den Fugen und Öffnungen in der Rüstung des Gegners ziel-ten. Diejenigen, welche zu Pferd waren, rannten mit langenLanzen gegeneinander.
Auch von britannischen Streitwagen herab, deren Gespannevon einem neben dem Kämpfer stehenden Lenker gezügelt wur-den, wurde gekämpft.
Wurde im Einzelkampf ein Fechter getroffen, so riefen dieZuschauer: „er hat’s“. War einer von beiden Fechtern überwun-den und noch lebend in der Gewalt seines Gegners, so überließder Festgeber die Entscheidung, ob er getötet werden solle, mei-stens den Zuschauern. Die verwundeten Kämpfer, welche umihr Leben bitten wollten, hoben einen Finger in die Höhe. DieZuschauer schwenkten Tücher, wenn sie den Verwundeten erhö-ren wollten. Das Wenden des Daumens nach unten bedeutete denBefehl zur Erteilung des Todesstoßes.
Häufig wurde dem Sieger sogleich ein durch das Los be-stimmter Ersatzmann gegenübergestellt, zuweilen sogar ein zwei-ter und dritter.
In den Pausen des Gefechts wurde der blutgetränkte Bodenvon Knaben umgeschaufelt. Mohrensklaven schütteten frischenSand darauf.
Die Sieger schwenkten vor den Zuschauern ihre Palmen-zweige. Die Gefallenen wurden von Menschen in der Maske des