Teil eines Werkes 
1 (1931) Von der ältesten Zeit bis auf Kaiser Konstantin
Entstehung
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Panem et Circenses

Opferlage und andere religiöse Festlichkeiten, welche obligato-risch, aber nicht kalendermäßig bestimmt waren. Worin dieFeiern des festbestimmten Spiel- und Festtage bestanden, warzum Teil vorgesehen (Spiele im Circus, Märkte und Messen,Theater Schauspiele, Gladiatorenkämpfe), zum Teil den Veranstal-tern überlassen, welchen (Konsuln, Praetoren, Aedilen) dieVeranstaltung oblag.

Die kalendermäßige Liste der Spieltage auf Seite 309 dientdem Zweck, dem Leser eine Anschauung zu geben von der großenZahl der jährlich sich wiederholenden Tage, an welchen in Rom ludi d. h. Spielveranstaltungen stattfanden, welche das lei-denschaftliche Interesse und die möglichst allgemeine Beteiligungder Bevölkerung, hoch und niedrig, alt und jung, männlich undweiblich, des Kaiserhofes, wie des Militärs, der Beamtenschaft,der Sklavenwelt, in Anspruch nahmen.

Die Liste entspricht dem Stichjahr 14 n. Chr.

Alle diese Spieltage, mit alleiniger Ausnahme der später wie-der abgeschafften ludi victoriae Sullanae, 1. bis 7. November,haben bis in die letzte Kaiserzeit (für das Jahr 354 urkundlichfestgestellt) fortgedauert und in hohem Ansehen gestanden.

Während der Republik waren sieben dieser Jahresfeste ent-standen: ludi Romani 4.19. September; ludi plebei 4.17. No-vember; ludi Ceriales 12.19. April; ludi Apollinares 6.13.Juli; ludi Megalenses 4.10. April; ludi Florales 28. April3. Mai; ludi victoriae Sullanae 1.7. November.

Im Jahre 46 v. Chr. wurden die ludi victoriae Caesaris(20.30. Juli) gestiftet (auch ludi Veneris genetricis genannt),im Jahre 20 v. Chr. ludi Martis, 12. Mai, nach Augustus Todedie ludi Augustales, 3.12. Oktober.

Trotz der Einschränkungen einzelner Kaiser wie Nerva undSeptimius Severus , blieb die Zahl der Spieltage im Wachsen und