314 Rom als Kaiserresidenz u. Reichshauptstadt 14 — 324 n. Chr.
2. drei Flavier: Vespasianus , Titus, Domitianus, 69—96.
3. sechs Antonine („Nervaner“) Nerva, Trajan, Hadrian ,Antoninus Pius, Marc Aurel, Commodus . 96—192.
Die Reihe der dann folgenden Imperatoren wird bezeich-net als Aera der Soldatenkaiser (oder Heerkaiser). Hinsichtlichder letzteren Reihe (192 mit Pertinax beginnend) wird auf Voll-ständigkeit in der beigegebenen Zeittafel verzichtet wegen derVielheit der Fälle von Mitregenten, Mitkaisern, Gegenkaisern,sowie von zweifelhaften Tatbeständen. Aus ihrer Reihe ragendurch verschiedenartige Bedeutung hervor: Septimius Severus (193 ff.), Caracalla (211 ff.), Elagabal (2x8 ff.), Aurelianus(270 ff.), Probus (276 ff.), Diocletianus (284 ff.).
Die Geschichte der Stadt Rem kann nicht dargestellt wer-den, ohne daß bei der Darstellung die Kaiser in Person erschei-nen. Die Stadt Rom regierte nicht mehr das Reich. Aber dasReich wurde von Rom aus regiert. Das Bild Roms und der Vtrlauf des Lebens in der Stadt Rom ist in der Kaiserzeit bestimmtdurch den dreifachen Charakter der Stadt: als Weltstadt, alsReichs-Hauptstadt, als Residenz des Kaisers. Die dritte dieserEigenschaften ist die für den Gegenstand unserer gegenwärti-gen Darstellung gewichtigste. Sie tritt im Bilde der Stadt nochstärker als die beiden andern hervor, und sie hat eine Rolle ge-spielt, für welche man in der Geschichte vergeblich nach einemVergleich sucht. Es hat sonst nirgend in der Welt eine so starkeZentralisation der Regierung eines ähnlich großen Landes gege-ben , und nie eine so starke Konzentration einer ähnlich ausge-dehnten und komplizierten Regierungstätigkeit.
Die Darstellung derKaiserzeit zu welcher wir jezt übergehen,ist durch die Aufgabe geleitet, das Stadtbild und das Stadtleben,zu veranschaulichen, wie sie sich unter dem Einfluß der Kaisergestaltet haben. Dieser Aufgabe entspricht es, wenn wir von denFamilienverhältnissen und Liebhabereien, den Tugenden, Feh-lern, Schwächen, Lastern der Kaiser nur insoweit berichten, alsdadurch die große Linie der Gesamtentwicklung der Stadt beein-flußt erscheint. Diesem Gesichtspunkt entspricht es, wenn wirÜbersichten geben über die gesamte Entwicklung der Dinge, ge-