Palatinhügels, an dessen südwestlichen Abhang es heranreichte,von wo man über den Circus Maximus hinweg zum Aventin hin-über sieht.
Tiberius, der ebenfalls auf dem Palatin geboren und dort inseinem väterlichen Hause groß geworden war, erbaute und bezog,als er Mitkaiser wurde, an den Ncrdwestabhängen des Palatin eine der Domus Augustana an Umfang und Pracht überlegene„Domus Tiber iana“. Dieselbe war mit Marmorsäulen, Marmor -wänden und mit jeder möglichen sonstigen Pracht geziert. Sielag inmitten herrlicher Gartenschöpfungen mit Säulenhallen, Ter-rassen, mit Bädern, Prunksälen, Wartehallen.
Von den späteren Kaisern wendeten die Flavier und dieAntonine der Vergrößerung und der Verschönerung der ganzenAnlage ihr besonderes Interesse zu. Domitian nahm bedeutendeErweiterungen über den ganzen Palatin hin vor und fügte derDomus Augustana Anbauten hinzu, welche zu der NamengebungDomus Domitian Anlaß gaben. Auch der Name Domus Flavio-rum kommt vor.
Trajan und Hadrian förderten die Gesamtanlage verschie-dentlich. Alle neuen Paläste wurden irgendwie mit den älterenBauwerken der palatinischen Hügelfläche verbunden. Das Ganzehieß zunächst im Volksmunde, dann allgemein „Palatium “ undist das, was wir heute mit den Archaeologen schlechthin „dieKaiserpaläste“ nennen.
Verschiedene Kaiser erbauten größere oder kleinere Paläste,teils auf dem Palatin, teils in dessen Nähe. Caligula erbaute ander Seite des Circus eine „Domus Gelotiana“. Septimius Severus errichtete an der Südostseite des Palatin einen selbständigen Pa-last, die „Domus Septimii Severi“.
Auch die Kaiser, welche sich außerhalb des Palatins Villenund Schlösser bauten, wie Nero seine Domus Aurea , benutztendie palatinische Anlage gelegentlich als ihren Wohnsitz und be-trachteten sie als die Reichsresidenz. Letzteres ist der Palatin bis zum Jahre 330 geblieben, als Constantinus seine Residenz indas nach ihm umgetaufte Byzantinum verlegte. Als Constantinus356 Rom besuchte, wohnte er aber wieder „in Palatio“. — Die