Baugeschichte der Stadt von 14 n. Chr. bis Diokletian 353
trennten großen Räumen. An der inneren Seite jedes der beidenTempelräume standen mit entgegengekehrten Rückenseiten desThrones die Statuen der Göttinnen (Roma sitzend). Der Stildes Baus war korinthisch. Eine doppelte Säulenreihe aus grauemGranit umschloß den weiten Vorhof (Peribolos), während dieSäulen um die Tempelmauern weißer Marmor waren. Das Dachwar mit vergoldeten Metallplatten belegt (welche Papst Hono-rius I. später zur Eindeckung der Peterskirche verwendete).Hadrian verlieh, als er am 21. April des Jahres 135 n. Ghr. denTempel weihte, der Stadt Rom das Prädikat der ewigen Stadt(„aeterna“), welches auf Münzen des Hadrian in der Umschrifterscheint „Urbs. Roma . Aeterna.“
Gegenüber dem Mausoleum des Augustus, welches auf demlinken Tiberufer lag, erbaute Hadrian auf dem rechten Ufer,31 Meter vom Flusse entfernt, das Mausoleum, welches alsbaldMoles Hadriani genannt wurde. Im Jahr 134 wurde als Zugangzu dem Bauplatz des Grabmals der Pons Aelius über den Flußgeführt. Das Mausoleum wurde auf einen massiven viereckigenUnterbau gestellt, welcher auf jeder Seite 90 m lang war und31 m Höhe hatte. Darüber stand ein mächtiger Rundbau, vondessen ursprünglicher Gestalt wir nur die Grundform kennen,welche dem Grabmal der Caecilia Metella entsprach. Es ist vonihm berichtet, daß er mit Fries und Architrav gekrönt und daßer ein Kuppelbau war. Zahlreiche Statuen schmückten das Äu-ßere. Als Justininus Feldherr Belishar in dem Bollwerk von denGoten belagert wurde (537 n. Chr.), haben seine Soldaten dieStatuen zerschlagen und die Stücke von oben herab als Kampf-material gegen die Belagerer geworfen. Die Geschichte des Ha-drianischen Mausoleums als „Engelsburg“ (Castello S. Angelo )ist eine Paralellgeschichte der Geschichte Roms geworden, in de-ren Verlauf das Monument als Festung und als Gefängnis einebedeutsame Rolle gespielt hat. Die Vollendung des Bauwerkeshat Hadrin nicht erlebt. Die Einweihung nahm im Jahre 139Antoninus Pius vor. Hadrian hat endlich noch ein von ihmAthenaeum genanntes Gebäude aufgeführt, bestimmt für Rednerund Dichter zur Pflege der griechischen und der lateinischen
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