354 Baugeschichte der Stadt von 14 n. Chr. bis Diokletian
Sprache. Wo in Rom es stand, welches Schicksal es hatte, istnicht bekannt.
Es muß hier bemerkt werden, daß die Chronologie und dieÖrtlichkeit der Hadrianischen Bauten im Marsfeld vielfach inDunkel gehüllt ist, ein historischer Mangel, welcher sich auch aufdie folgende Zeitperiode, der wir nunmehr nähertreten, erstreckt.
Die Zeit der Antonine (Antoninus Pius 138—161, MarcusAurelius Antoninus 161—180, Commodus 180—192) unterschei-det sich, wie sonst, so auch hinsichtlich der Baugeschichte inhohem Maße.
Keiner der Antonine hatte Baulust wie sie die Kaiser A11-gustus, Claudius, Nero, Vespasian, Domitian, Trajan, Hadrian besessen hatten, weder für öffentliche Bauten noch für ihre per-sönlichen Bedürfnisse.
Ein rascher Überblick gewährt folgendes Bild.
Für die Zeit von 138—192 n. Chr. wird nur ein einzigerNutzbau genannt, die Thermen des Commodus bei der PortaCapena. Die Basilika (oder der Tempel) „Matidiae et Marcia-nae“ gehört der Hadrianischen Zeit an. Nur ein einziger Tempelwurde seit dem Jahr 138 n. Chr. in der Zeit bis 200 in Rom erbaut, nämlich der am Forum Romanum im Jahre 141 vomSenat der Faustina, der Gemahlin des Antoninus Pius und nachdessen Tode, 171, auch diesem geweihte Tempel. Der Tempelwurde später in die Kirche S. Lorenzo in Miranda verwandelt.Jakob Burckhardt nennt den Tempel „ein für diese Zeit sehrschönes Gebäude.“ Die Nachricht von einem zweiten Tempelder Faustina, welcher in analoger Weise der „jüngeren Faustina “,der Gemahlin des Marc Aurel errichtet sein soll, entbehrt genü-gender Begründung.
Das Ansehen und die Verdienste der beiden Antoninewurden baulich und bildnerisch durch folgende Denkmale ge-feiert:
Die Ehrensäule des Antoninus Pius von 141, das Reiterstand-bild Marc Aurels von 176, die Ehrensäule des Marc Aurel von183, den Triumphbogen des Marc Aurel auf dem Marsfeld.