Die Griechen im Mittelmeer
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bewahrt wurden. Das gute Verhältnis änderte ,sich in dennächsten Jahrhunderten. Als im Jahre 411 Rom , von Getreide-mangel und Hungersnot heimgesucht, Gesandte nach Kampanienschickte, um Getreide einzukaufen, wurden die Abgeordneten,welche in Sizilien freigebige Unterstützung fanden, in Kyme amGetreidekauf feindselig verhindert.
Ferner aber war noch für einen dritten Seehafen, und zwarim römischen Gebiete selbst (nach der Überlieferung durch Kö-nig Ancus Martius) mittelst Gründung der Hafenstadt Ostia gesorgt. Gleichzeitig wurde die Stromschiffahrt des Tiber durch Befestigung der Höhe des Janiculum gestützt, der Ufer-verkehr durch eine Pfahlbrücke (die erste über den Tiber , alsPont Sublicius lange Zeit heilig gehalten) gefördert. Es istüberliefert, daß der Fluß von Rom bis zu seiner Mündung injener Zeit eine Breite von meist 150 Metern und bedeutendeTiefe hatte. Das uralte Bestehen eines römischen Hafenzollsfür die in den Hafen von Ostia eingehenden Handelswaren läßterkennen, daß Rom keinen Mangel an Einfuhr von der See-seite litt.
Es fragt sich nun aber für uns, ob und inwieweit auf die-sem Wege griechische Wareneinfuhr und griechischer Personen-verkehr als Vermittler griechischer Kultur nach der Stadt Rom stattfanden.
Bei Beantwortung dieser Frage sind die drei HafenplätzePyrgi, Cumae, Ostia zu unterscheiden, nicht nur weil sie dreinational und politisch verschiedenen Gebieten angehören (etru-risch, griechisch, römisch), sondern auch weil die Entfernung derdrei Plätze von Rom (ca. 50, 200, 25 Kilometer) und die sonsti-gen Umstände des Schlußtransportes vom Hafen bis nach Rom sehr verschieden waren.
Indessen können wir hier von der Erörterung dieser Um-stände absehen, wegen bestimmter, für diese drei Häfen sowohldie griechische Wareneinfuhr als den griechischen Personenver-kehr tatsächlich ausschließender geschichtsnotorischer Gesichts-punkte.