vollzogen. Man kann sagen, daß diese Entwicklung unter demGesetze räumlicher Vorliebe für die Peripherie gestanden hat.Wenn wir daher diese Entwicklung auf die größten Linien be-ziehen, so ist das ganze Mittelmeer im weitesten Sinne desWortes, mit seinen Küsten und Inseln das Raumgebiet diesesÜberblickes.
II.
Als das älteste die Kultur der Griechen charakterisierendeund im höchsten Maße auszeichnende Denkmal sind uns die epi-schen Heldendichtungen der Homerischen Gesänge überliefert,als deren Urheber der blinde Sänger Homeros aus Smyrna(oder aus Chios) bezeichnet wird, und deren Überlieferungman der Sängerschule der Homeriden auf Chios zuschreibt.
Um 700 entstand dann in Boetien (Mittelgriechenland)von dem Aeolier Hesiodos verfaßt, eine den Homerischen Ge-sängen im Altertum an Wert gleichgestellte Reihe epischerLehrgedichte, insbesondere die der Entstehung der Welt und derGötter gewidmete „Theogonia “.
Zeitlich ungefähr Schritt haltend mit diesen Werken derDichtkunst erscheinen die ersten Denkmäler der Baukunst, inGestalt des Tempelbaus. Die Bauweise war zunächst die dori-sche, dann die jonische. Die ältesten dieser uns in Überrestenerhaltenen Bauten sind der um 1000 v. Chr. entstandene Tempelder Hera zu Olympia, der Tempel der Demeter zu Paestum (ca. 600 v. Chr.) und der Tempel des Poseidon zu Paestum (ca. 550). Diese Tempel waren dorisch. Älteste in Restenerhaltene Tempel jonischer Bauart sind: der Tempel der Heraiaauf der Insel Samos , derjenige der Artemis in Ephesus (Klein-asien), der des Apollo zu Milet und der der Athene auf derInsel Aegina (590), ferner eine Reihe von Bauten welche in Del-phi seit 5S6, und in Athen besonderfl zur Zeit des Perikies, ent-standen, hervorragend die Prachtbauten auf der Akropolis , mitdem Parthenon .