Teil eines Werkes 
2 (1933) Von der Zeit des Kaisers Konstantin bis auf die Neuzeit
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Griechische Kultur 1000275 v. Chr.

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Kapitel II.

Griechische Kultur 1000275 v. Chr.

i.

enn wir nach dem vorstehend im Fluge unternom-menen Überblick über Roms allgemeine maritimedas heißt seine über den italischen Boden hinausauf das Seegebiet übergreifende Entwicklungvon 509 bis 27 v. Chr. nunmehr ein Bild davon zu gewin-nen suchen, wie es in dieser Zeit mit Roms Beziehungenzu der griechischen Kultur bestellt war, so müssen wir von dergriechischen Seite ausgehen, und wir müssen dabei weiter ausgrei-fen, als es der Zweck dieses Buches auf den ersten Blick zu erlau-ben scheint. Wir gehen dabei zeitlich in das Jahr 1000 v. Chr.zurück und verfolgen die griechische Entwicklung bis zu dem Zeit-punkt als die Römer durch die Beherrschung Großgriechenlands(Tarent ) Kulturnachbarn der Griechen wurden (275 v. Chr.).

Etwa 100 Jahre nach der dorischen Wanderung (ca 1104v. Chr.) haben die Stämme der Achaier, Aeoler, Jonier, Dorier,in welche damals das Griechentum zerfiel, diejenigen Siedlun-gen begründet, welche Jahrhunderte lang den Mutterboden derhellenischen Kultur bildeten: auf dem griechischen Ftestland,auf den dieses umgebenden Inseln, auf dem kleinasiatischenFestland und auf dessen Inseln. Fast gleichzeitig mit diesenMuttersiedlungen entstanden die Tochtersiedlungen an den Ufernund auf den Inseln der westlich von Griechenland gelegenenTeile des Mittelmeers.

Etwa im Jahre 550 v. Chr. hörten die Neugründungen inder Hauptsache auf.

Die Entwicklung der griechischen Kultur, deren Höhepunktin die Regierungszeit des Perikies (444 bis 429) gesetzt zuwerden pflegt, hat sich von Anfang an und bis zum letztenJahrhundert vor der christlchen Zeitrechnung, gemäß den politi-schen Verhältnissen des Hellenentums, durchaus partikularistisch

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