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hatte besonders in Italien (Tarent, Knidos), Kyrene, Ägyp-ten, kehrte er 388 nach Athen zurück. Mit Ausnahme eines drei-maligen Aufenthaltes bei dem älteren und dem jüngeren Dio-nysios in Syrakus , 388, 367, 361, verblieb er dann bis zuseinem im 81. Lebensjahr (347) erfolgten Tode in Athen , derVollendung seiner Philosophie und deren Lehre lebend. Es seihier wiedergegeben, was Leopold v. Ranke (Weltgeschichte4. Aufl. 1. Teil II S. 70) von Platon sagt: „Er lebte in seinemHause, nahe der Akademie, einem mit Denkmälern der Götterund Heroen geschmückten, von herrlichen Platanen beschatteten,aber zugleich mit einheimischen ölbäumen, deren Ursprung manauf die Götter zurückführte, bepflanzten Garten. Hier sammel-ten sich seine Schüler um ihn, und mit diesen sprach er denStreit seines Lehrers mit den entgegengesetzten Philcsophemenund Meinungen durch.“
Der große Schüler und Nachfolger Platons, der StagiriteAristoteles (in Stageira, Chalkidike geboren) begab sich in sei-nem 17. Jahr nach Athen. Platon war abwesend in Sizilien , underst nach 3 Jahren lernte Aristoteles ihn kennen, um dann20 Jahre lang, bis zu dem Tode Platons dessen Schü-ler und Freund zu sein. Er lebte dann 2 Jahre in Mythilene aufLesbos , von wo er 342 an den Mazedonischen Hof berufen wurdezur Erziehung des damals 13-jährigen Alexander. Im Jahre 335begab Aristoteles sich von dort wieder nach Athen , wo er biszu seinem Tod, 322, blieb. Er lehrte dort im Lykeion, einer ausPark und Gärten bestehenden Anlage beim Tempel des ApollonLykios (südlich des Lykabettos -Berges).
Den Wert und das Verhältnis von Platon und Aristoteles drückt Leopold v. Ranke so aus: „An der Hand der beiden Phi-losophen durchmessen wir die Höhen und Tiefen der menschli-chen Erkenntnis von den göttlichen Dingen: ihre Lehren könnennicht als einfach ihnen allein gehörig betrachtet werden; sie sinddas Ergebnis des Nachdenkens einer ganzen Epoche, das sichimmer wieder erneuert und in den größten literarischen Produk-tionen aller Zeiten zutage getreten ist. Was sie uns bieten, ist