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geführt hat, verlief zu Rom in einer ziemlich regelmäßigen Kurvebis zum Jahre 169 v. Chr. In diesem Jahre starb Ennius , in dem-selben Jahr, in dem Rom , durch den höchst gefahrvollen Krieggegen König Perseus von Macedonien zur äußersten Krisis desReiches geführt, sich zu einem Entschluß aufraffte, welcher nichtweniger als eine Wiedergeburt des Reiches und eine Weltwendebedeutete.
In höchster nationaler Not erinnerte sich die römische Bür-gerschaft eines Mannes, welcher nicht mit dem breiten Stromschwamm, sondern, in Mißbilligung oberflächlicher Modernitätund eitlen Strebertums sich seit Jahren zurückgezogen hatte.Dies war Lucius Aemilius Paullus (später durch den BeinamenMacedonicus ausgezeichnet) der im Jahre 214 geborene Sohndes 216 bei Cannae gefallenen Konsuls Lucius Aemilius Paullus ,der 182 Konsul gewesen war, und über die seeräuberischen Li-gurer triumphiert hatte.
Ihn wählte man zum Konsul für 168 und ihn schickte mannach Macedonien gegen Perseus.
Dieser Vorgang war ganz römisch, ganz antik, und zugleichganz entsprechend dem neuen Zeitalter Roms, welches die Sci-pionen, die Gracchen, Marius, Sulla, Pompejus , Cäsar undschließlich Augustus brachte.
Lucius Aemilius Paullus unterwarf in 15 Tagen Macedo-nien und beendigte den großen Krieg am 22. Juni 168 durch dieeinzige blutige Schlacht bei Pydna.
Dieses war der Untergang des Reiches Alexanders desGroßen, 144 Jahre nach dem Tode seines Begründers.
Für unsere gegenwärtige Darstellung kommt nur in Be-tracht, was die Wende von Pydna hinsichtlich der Aufnahmegriechischer Kultur in Rom bedeutete.
Diese Frage ist für den mit der Zeitgeschichte Vertrautendadurch beantwortet, daß Polybios, der große griechischeStaatsmann, Feldherr, Geschichtsschreiber (208—122), einer