Griechen und Griechentum in Rom 445
in seinem 35. Lebensjahr den M. Porcius Cato und wurde vondiesem mit nach Rom genommen, wo er im Jahre 184 durch Ver-mittlung griechenfreundlicher Römer das Bürgerrecht erwarb.Er lebte von griechischem und lateinischem Sprachunterricht,sowie vom Ertrag der Verfertigung, Übersetzung und Auffüh-rung von ihm übersetzter griechischer Trauerspiele (namentlichdes Euripides). Außerdem wurde er gestützt durch „Verehrun-gen derjenigen römischen Großen, welche wie Publius Scipio (der ältere Africanus ), Titus Flaminius, M. Fulvius Nobilior,Q. Fulvius Nobilior, geneigt waren, den modernen Hellenismuszu fördern und den Poeten zu lohnen, der ihr eigenes Lob unddas ihrer Ahnen sang“ (Th. Mommsen , römische GeschichteBd. I, S. 904). Marcus Fulvius Nobilior nahm den Ennius imJahre 189 als Zeugen und Herold bevorstehender Taten („imvoraus bestellter Hofpoet“, Th. Mommsen ) ins Feldlager nachAetolien mit.
Ennius starb im Jahre 169 v. Chr. Es wird hervorgehoben,daß er Kosmopolit, ebensowohl Lateiner als Grieche und Oske,und daß er radikal in Religion und Politik war. Seine dichteri-sche Tätigkeit umfaßte alle Gebiete der Poesie. In der Dicht-form setzte er den griechischen Hexameter anstelle des saturni-schen Maßes durch. Sein Ruhm gründete sich vor allem auf seingroßes historisches Gedicht „Annales“, welches in 18 Büchernchronologisch die gesamte römische Geschichte umfaßte. DasWerk galt als national-römisches Epos, der Verfasser darum alsHauptrepräsentant national-römischer Poesie.
Zu erwähnen ist, daß Ennius einen Schwestersohn M. Pacu-vius, der 220—132 lebte, aus Unteritalien nach Rom zog, der dortunter des Oheims Anleitung als Maler und als Verfasser ernsterDramen tätig war und Ansehen gewann. Im Jahre 140 wurdeein Stück von ihm in Rom aufgeführt. Er starb in Tarent.
III.