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zige Stück, das Paullus aus der macedonischen Kriegsbeute fürsich nahm, um sie seinen Söhnen zu schenken. Sogar griechi-sche Maler und Bildner befanden sich in seinem Gefolge undvollendeten die musische Bildung seiner Kinder.“
Als Lucius Aemilianus Paullus Macedonicus im Jahre 160starb, nachdem er im Jahre 164 noch Censor geworden war, wurdesein Sohn (des älteren Scipio Africanus Sohnes Publius Augur,Adopttivsohn) Publius Cornelius Scipio Aemilianus Afri-canus minor (185—129) der anerkannte Mittelpunkt des Sci-pionischen Kreises, sich seiner Schülerschaft gegenüber dem Poly-bios zeitlebens rühmend.
Bei den Leichenspielen des Aemilius Paullus ließen dessenSöhne die Hecyra und die Adelphi des Terentius aufführen.
Die wesentlichsten Lebensumstände des Polybios seien hierin besonderer Beziehung auf sein Verhältnis zu Rom umrissen.
Polybios war im Herzen des Peloponnes in der HauptstadtArkadiens: Megalopolis geboren, als Sohn des großen Staats-mannes Lykortas, des Strategos des Achaischen Bundes, welchermit dem berühmtesten Feldherrn des Achaischen Bundes Philo-poemen eng befreundet war. Polybios genoß von diesen beidenMännern die glänzendste Erziehung zum Staatsmann und zumFeldherrn. Diese Erziehung geschah vor allem im Wege prak-tischer Schulung zur großen Politik im Sinne überragenderStaatskunst, geschichtlich begründeter Weltweisheit und idealerHingabe an weitgesteckte Ziele. Seine Jugend war der Wieder-geburt Griechenlands in Gestalt des Achaischen Bundes gewid-met. Als im Jahre 183 v. Chr. Philopoemen von Deinokratesin Messene gefangen und vergiftet war und von dort seine Aschenach Megalopolis gebracht wurde, trug im Trauerzuge der jungePolybios die Aschenurne.
Im Jahre 150 kehrte Polybios mit den letzten der 1000Achaischen Geiseln von 168 nach Griechenland zurück, eilte aberim folgenden Jahr seinem geliebten Schüler Publius CorneliusScipio nach Afrika nach und blieb bei ihm bis zur Belagerungund Zerstörung Karthagos. Von dort begab er sich nach Grie-chenland, wo er kurz nach der Zerstörung Korinths eintraf,