Teil eines Werkes 
2 (1933) Von der Zeit des Kaisers Konstantin bis auf die Neuzeit
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Das Christentum in Rom

und ihre Versammlungsorte herstellen mögen, vorausgesetzt, daßsie nichts gegen die staatliche Ordnung unternehmen. Einewieitere Verordnung wird den Richtern Verhaltungsmaßregelnvor schreiben. Diese unsere Gewährung empfangend sollen sienun zu ihrem Gott für unser Heil und das des Staates wie fürihr eigenes beten, damit das Gemeinwesen nach allen Seiten hinunversehrt erhalten werde und sie ungestört fortleben können.

VIII.

Über den Anteil, welchen die Stadt Rom an den Verfolgun-gungen hatte, ist eine Reihe von Einzelmitteilungen und auchvon zusammenhängenden Berichten überliefert. Aber die Mit-teilungen sind in solchem Maße einerseits widerspruchsvoll an-dererseits legendenhaft, daß der Versuch, darüber einen un-serer Aufgabe entsprechenden Geschichtsbericht herzustellen, alsaussichtslos und zwecklos bezeichnet werden muß.

Anstatt dessen seien hier drei Beispiele römischer Marty-rienlegenden mitgeteilt, welche eine besondere Bedeutung für dierömische Tradition und besondere örtliche Beziehung zu Rom haben, nämlich über die beiden Frauen, welche als Lieblings-heilige der römischen Bevölkerung bekannt sind: Santa Caeciliaund S. Agnese, sowie über den im kirchlichen Leben Roms undin der Kunstdarstellung besonderer Liebe teilhaftig gewordenenSan Sebastian.

Santa Caecilia, als deren Todesjahr 280 gilt, war die Toch-ter reicher und vornehmer Eltern, deren Haus in Trastevere stand. Sie war heimlich Christin geworden und hatte sich demHerrn als reine Magd gelobt, war aber von ihren Eltern bewogenworden, sich mit einem heidnischen Patrizier namens Valerianzu vermählen. Als sie mit ihm allein war, sagte sie, daß sie ihmnicht angehören könne, weil sie sich dem himmlischen Bräutigamverlobt habe, und die Erscheinung eines Engels bestätigte ihreWorte. Ihr innigster Wunsch, auch Valerian möge sich bekeh-ren, erfüllte sich. Er ging hinaus zum H. Urbanus, der sich vorseinen Verfolgern in die Campagna geflüchtet hatte, und wurde