Teil eines Werkes 
2 (1933) Von der Zeit des Kaisers Konstantin bis auf die Neuzeit
Entstehung
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Die Kaiser

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Nachfolger des Valentinianus wurden seine unmündigenSöhne, Gratianus und Valentinianus , ersterer siebenzehn, letzte-rer vier Jahre alt. Gratianus regierte über das Abendland bis383, seit 379 mit Theodosius als Mitkaiser. Valentinianus re-gierte (als Valentinianus II.) bis 392, seit 383 mit Theodosius als seinem Mitkaiser.

Von Gratianus heißt es:Der junge Kaiser entartete frühvon den Tugenden, die ihm in den ersten Jahren seiner Regie-rung die Achtung und Liebe seiner Untertanen und die Bewun-derung der Legionen erworben hatten. Sein Hang zum Jagenwilder Tiere nahm dergestalt zu, daß er ganze Tage auf seinenWaldschlössern in den Parks und Wildgehegen zubrachte, daßer eine Schar pfeilkundiger Alanen zu seiner Leibwache erhob,und sich häufig dem Volke und dem Heer in der Tracht und mitden Waffen eines skythischen Kriegers zeigte. Diese Verkehrt-heit entstellte seine guten Eigenschaften, seine Milde, seineFrömmigkeit und seine Sittenreinheit und führte seinen Sturzherbei. Er erlag zu Lugduum in Gallien den Streichen einerReiterschar, welche Maximus, der zum Imperator ausgerufeneStatthalter von Britannien, dem Fliehenden nachgesendet hatte.

Valentinianus wurde 392 in seinem Bett ermordet.

Der als Spanier 346 geborene Feldherr Theodosius (I.),nachmals benanntder Große, wurde 394 nach KämpfenAlleinherrscher des noch einmal geeinigten gesamten römischenReiches. Er starb am 17. Januar 395. Seinen Anordnungenzufolge erhielt sein älterer, achtzehnjähriger Sohn Arcadius diePraefektur des Ostens und den östlichen Teil der illyrischenGebiete. Das übrige erhielt sein elfjährigr Sohn Honorius .

Von Theodosius wird in den folgenden Kapiteln unserer Dar-stellung mehrfach und ausführlich (S. 533, 539) die Rede sein.Hier ist der Tatsache Erwähnung zu tun, daß er am 13. Juni 389mit Valentinianus II. und mit seinem Sohn Honorius feierlich inRom einzog und dort bis zum Winter blieb und wichtige Regie-rungsverhandlungen vornahm.