die Notitia, übereinstimmend mit der forma Urbis, nur erfaßte,was zur städtischen Verwaltung gehörte. Dies war bei denStätten des christlichen Kultus nicht der Fall. (Jordan,Topographie Bd. II, Seite xo ff.).
Für das Bild der Stadt müssen wir neben der Masse undGroßartigkeit der vielen einzelnen öffentlichen Anlagen zwei Mo-mente allgemeinen Charakters ins Auge fassen: Erstens dasGewirr der großen hoch emporragenden häßlichen Mietwoh-nungskomplexe in den Proletariervierteln, vielfach aber auchunmittelbar neben Palästen und Parks, zweitens den großartigenBefestigungsring der aurelianischen Stadtmauer.
Die Wirkung der aurelianischen Mauer im Stadtbild kannman in der Vorstellung nicht übertreiben. Dieses gewaltigeWerk schloß lückenlos und einheitlich die ganze Stadt ein,soweit diese nicht durch den Tiberfluß geschützt war. IhreMauer ragte in unersteigbarer Höhe mit gewaltigen in kurzerEntfernung voneinanderstehenden Türmen, Schießbrüstungen,Bastionen und mit einem ungeheuren System innerer Verbin-dungsgänge weithin sichtbar empor.
Während des 4. Jahrhunderts hat sich das Stadtbild Roms in keiner wesentlichen Beziehung geändert. Von größeren Bau-ten ist nirgend die Rede. Erst das Jahr 299 brachte als bemer-kenswerten Bau denjenigen des Secretarium Senatus auf demForum Romanum, sodann wurden im Jahre 402 die Befestigun-gen verbessert und wie es scheint ernstlich erweitert.
Wie für die alten öffentlichen Bauwerke gesorgt wurde, las-sen einzelne Gesetze erkennen, welche die Vernichtung öffent-licher Gebäude streng verboten.
An äußerem Glanz scheint in diesem Jahrhundert die StadtRom nichts eingebüßt zu haben. Sein Verkehrsleben stand ohneZweifel auf unveränderter, wenn nicht gesteigerter Höhe.
Es wird berichtet daß der in des Kaisers Theodosius Auf-trag nach Rom gerufene griechische Redner und Philosoph The-mistius, ein auf der Höhe geistiger Bildung und erprobten Ge-