Teil eines Werkes 
2 (1933) Von der Zeit des Kaisers Konstantin bis auf die Neuzeit
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Bauwesen, Bevölkerung, Verfassung usw.

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schmackes stehender Mann, die Stadt mit dem Worte begrüßte:Die erhabene und heilige Stadt, dies Meer von Schönheit, größerund majestätischer als Worte auszudrücken vermögen, die Stättewo Numas Gesetze herrschten, die Mutter der Verfassung,welche das Glück des Menschengeschlechts sichert, das Pflegekinddes Göttervaters.

Was die Bevölkerung der Stadt anlangt so sprechen starkeGründe dafür, daß um etwa 270 nach Chr. die Bevölkerungszahlauf einer Höhe stand, welche weder vorher noch später über-troffen worden ist. Dann aber scheint ein ständiges Abnehmender Bevölkerungsziffer stattgefunden zu haben bis zum Todes-jahr Constantins des Großen (337). Für diesen letzteren Zeit-punkt liegt es nahe Schlüsse aus den baulichen Angaben desCuriosum zu ziehen. Die Schlüsse sind von verschiedenenHistorikern sehr verschieden vorgenommen, jenachdem man dieAngaben jener Stadtbeschreibung über die Zahl derdomus (Pa-läste und Villen) und derinsulae (Mietwohnungshäuser) deu-tet (1797 domus, 46,602 insulae.).

E. von Wietersheim, (Geschichte der Völkerwanderung1859), gelangt zu einer Bevölkerungsziffer von gegen 1,450,000Köpfen, J. Marquardt (römische Staatsverwaltung, 1881) aufetwa 1,600,000 Menschen.

Die bereits erwähnte statistische Publikation der italieni-schen Regierung vom Jahre 1879, (Monografia della Cittä diRoma, Tipografia Elzeviriana, parte III Seite 324327) nimmtfolgende Bevölkerungsziffern an: *)

im Jahre 270 n. Chr. 1 163 840im Jahre 335 n. Chr. 300 000

im Jahre 410 n. Chr. 110000

im Jahre 476 n. Chr. 100000

*) Diese sich auf rund 200 Jahre erstreckenden und also den an dieserStelle zur Darstellung kommenden Zeitraum überschreitenden Ziffern könnenabsolute Zuverläßigkeit nicht beanspruchen. Sie entfernen sich aber gewißnicht wesentlich von der Wahrheit. Sie sind in der statistischen Kurve si-cherlich zutreffend.