Die von Diokletian bewirkte Umwälzung der Reichsverfas-sung wurde von Constantin fortgeführt und vollendet. Diesetraf eine Einteilung des Reichs in vier Präfecturen oder Ober-statthalterschaften: Orient, (wozu auch Thrakien und Ägypten gehörten), Illyricum (mit Griechenland und den Donaulän-dern), Italien (mit Afrika), Occident (Gallien, Spanien , Bri-tannien). Jede Präfectur zerfiel in eine größere oder kleinereZahl von Bezirken (Diöcesen). Diese waren wieder in Kreise(Provinzen) geteilt.
In allen Dingen gab sich eine monarchische Ordnung kund,die im Kaiser ihren Ausgang und ihre Spitze hatte.
Ein geregeltes Postwesen erleichterte den Verkehr.
Dem Staatsrat kam die höchste Entscheidung in Rechts- undVerwaltungssachen zu, während der Senat jeder Bedeutung be-raubt war und zu einer Anstalt des bloßen Prunkes herabsank.
Das Gemeindeleben in den Städten, das schon unter den frü-heren Kaisern mehr und mehr der selbstständigen Verwaltungder Bürgerschaft entzogen worden war, wurde nunmehr gänzlichder Aufsicht und Leitung der kaiserlichen Beamten unterstellt.
Die früheren Praefecti Praetorio, welche einst zugleich dieersten Minister und oft die Beherrscher des Kaisers gewesenwaren, behielten wohl ihren Titel bei, waren aber fortan nur dieobersten Verwaltungsbeamten der vier großen Präfecturen.
Für das Kriegswesen treten jetzt zwei Großfeldherren, derMagister equitum und der Magister peditum auf. Ihre Ge-schäfte waren nicht nach Örtlichkeiten, sondern nach Reiterei undFußvolk verteilt, so daß jeder Gedanke an Usurpation durch ei-nen von Beiden aussichtslos war.
Die allgemeine Trennung der Zivil- und Militärverwaltungging durch alle Verhältnisse hindurch.
Jene gefährlichen großen Provinzialbeamten, welche als Pro-konsuln, Proprätoren, Rektoren auch den Heerbefehl ihrer Ge-gend innegehabt und nur mit den ihnen untergeordneten Legaten