Teil eines Werkes 
2 (1933) Von der Zeit des Kaisers Konstantin bis auf die Neuzeit
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Heldentum und Christentum

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gebens stellte Flavianus dem heranziehenden Feinde auf den jüti-schen Alpenpässen die goldene Bildsäule des Zeus entgegen; derGott schleuderte keine Blitzstrahlen mehr. Die Schlacht in derNähe Aquilejas im September 394 entschied den Untergang desHeidentums. Der gefangene Eugenius wurde enthauptet, Arbo-gast gab sich selbst den Tod, Flavianus, welchem Theodosius dasLeben zu erhalten wünschte, kam in derselben Schlacht um.

V.

Es muß hier noch einmal auf Kaiser Theodosius zurückge-griffen werden, um seine Persönlichkeit und besonders sein Be-streben zu beleuchten, welches ganz offenbar dahin ging, in Rom zu zeigen, daß alles was er in den vorhergehenden Jahren im übri-gen Reich durchgesetzt hatte, ungeschwächt auch für Rom gel-ten solle.

Dies bezog sich auf die Reinheit der christlichen Lehre, derenKein für ihn die Dreieinigkeit Gottes, des Sohnes und des Hei-gen Geistes war, und welche ihn zwang, den Arianismus in seinemReiche zu verbieten und bis auf den Grund zu verfolgen, fernerauf seine Verwerfung und Bekämpfung der Opfer und der Weis-sagungen.

Nachdem Theodosius den Winter 38889 in Mailand zu-gebracht hatte, hielt er am 13. Juni 389 seinen triumphierendenEinzug in Rom. Bei ihm war Valentinianus II. und sein ausKonstantinopel herbeibeschiedener Sohn Honorius .

Wir wissen über die Einzelheiten des bis in den Septemberwährenden römischen Aufenthaltes nur weniges. Nur der RhetorPlacatus hat seine Eindrücke überliefert. Dieser ist entzücktdurch die Haltung des Kaisers,der sich Allen als Fürst, den Ein-zelnen als Senator gezeigt, oft in bürgerlichem Aufzug ohne Leib-wache öffentliche Gebäude beschaut und Privatwohnungen mitseinen göttlichen Fußtapfen geweiht habe. Placatus äußerte sichebenso wie der heil. Hieronymus und der Dichter Prudentius begeistert wegen der jetzt verfügten Niederreißung der Götzen-bilder und über die Verödung der Tempel, sowie den Übertritt