Theodorich der Große
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Er sagt einmal: Alles, was er wolle, stehe in seiner Gewalt; aberer messe seine Handlungen nach den Geboten der Vernunft. Einbewunderungswürdiges Schauspiel, ein barbarischer Fürst, derseinen Namen nicht unterschreiben konnte und auf dessen intel -lectueller und moralischer Haltung die Fortsetzung der altrömi-schen Kultur beruht.“
VI.
Das Edikt von 523 enthielt unter anderem den Befehl, alleKirchen, welche die Arianer im Besitz hatten, an den römisch-katholischen Klerus zurückzugeben.
Theodorich antwortete dem Justinus mit antikatholischenMaßnahmen in Italien und mit der generellen Drohung der Unter-drückung des katholischen Kultus.
Theodorich verbot zunächst allen Italienern das Tragen vonWaffen, einschließlich der Messer.
Ein römischer Konsular Albinus sollte, so wurde nunmehrdem Theodorich berichtet, hochverräterische Verhandlungen mitdem byzantinischen Hof geführt haben, bestimmt, die Vertrei-bung der Goten aus Italien und die Wiederherstellung der kaiser-lichen Herrschaft im Abendland herbeizuführen.
Albinus wurde des Hochverrats angeklagt. Dieselbe An-klage wurde gegen Boetius , das Haupt des Senates, erhoben, alsdieser die Verteidigung des Albinus übernahm. Der Kaiser ließden Boetius verhaften und in den Kerker nach Pavia führen.Boetius wurde in einem tumultuarischen Verfahren zum Todeverurteilt, und im Jahre 524 hingerichtet. Sein Vermögen wurdekonfisziert.
Theodorich unterwarf sodann auch den Schwiegervater desBoetius, den hochbetagten Konsularen Qu. Aurelius Symmachus ,den „edelsten der Senatoren“, dem gleichen Verfahren. Sym-machus wurde im folgenden Jahre hingerichtet.
VII.
König Theodorich machte noch einen Versuch, zum Einver-nehmen mit Ostrom zu gelangen und den konfessionellen Friedenim Reiche herzustellen.