Teil eines Werkes 
2 (1933) Von der Zeit des Kaisers Konstantin bis auf die Neuzeit
Entstehung
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608 Vom Tode des Honorius bis zu den Langobarden

Er berief den römischen Bischof Johannes nach Ravennaund beauftragte ihn, sich in Begleitung von vier Senatoren nachConstantinopel einzuschiffen, um vom Kaiser Justinus die Auf-hebung der Unterdrückung der Arianer zu erreichen.

Johannes wurde in Constantinopel vom Kaiser und von dergesamten Bevölkerung als Haupt der katholischen Christenheitund als der erste Papst, der die griechische Hauptstadt betrat, mitgeräuschvollen Ehren aufgenommen. Im Triumph wurde er nachder Sophienkirche geleitet, wo er das Osterfest des Jahres 525feierte.

Justinus verabschiedete den Papst mit schönen Worten. DieSache des Theodorich und der Arianer entglitt dabei völlig.

Als die Gesandten Theodorichs nach Ravenna zurückkamen,wurde er ob des Ergebnisses ihrer Mission von solchem Zornerfaßt, daß er die Senatoren und den Papst ins Gefängnisschickte. Hier starb Johannes am 18. Mai 526.

Theodorich griff nunmehr als König gewaltsam in die Wahldes Nachfolgers ein. Er beanspruchte, die Besetzung des Stuh-les Petri allein zu verantworten. Er bezeichnete dem Senat, demKlerus und dem Volke Roms als seinen Kandidaten den Fim-brius, Sohn des Castorius von Benevent . Niemand widersprachund Fimbrius wurde am 12. Juli 526 als Papst Felix IV. konsekriert.

Am 30. August 526 starb Theodorich , nach sagenhafter rö-mischer Darstellung von Gewissensängsten erdrückt, nach derzuverlässigen Darstellung des Goten Jordanes in folgenden Um-ständen: Theodorich rief die gotischen Grafen und die Häupterseines Volkes vor sich, setzte den kaum zehnjährigen KnabenAthalarich, den Sohn seiner Tochter Amalasuntha und des ver-storbenen (522) Eutharich , zum Herrscher ein, und befahl mitder Feierlichkeit seines letzten Willens den Goten, den König zuhegen, Senat und Volk Roms zu lieben, und den griechischenKaiser sich stets versöhnlich und geneigt zu erhalten.