618 Vom Tode des Honorius bis zu den Langobarden
ter würdig war, aber sie selbst ihm müßig zugesehen. An denMauern der Porta Pinciana lagen Tausende hingestreckt. Unterihnen hat selbst der Feind die Tapferkeit eines Goten mit Bewun-derung geehrt; dieses war der starke Visand, ein Bannerträger.Im Kampf um Beiisars Person der vorderste, war er mit drei-zehn Wunden hingesunken; aber noch am dritten Tage darauf vonden Goten atmend gefunden, wurde er in ihr Lager gebracht undvon seinem Volk mit dem Namen eines Helden begrüßt.
V.
Es begann nun die denkwürdige erste große BelagerungRoms in diesem Kriege (März 537).
In der Schilderung dieses merkwürdigen Vorganges folgenwir die Darstellung von F. Dahn.
Die damaligen aurelianischen, durch Beiisar ausgebessertenMauern der Stadt zählten 14 größere und einige kleinere Tore.DenRaum zwischen den fünf größten Toren, vom flaminischen biszum pränestinischen auf dem linken Tiberufer, umschlossen dieGoten mit 6 Lagern. Um den Belagerten zu wehren, die milvi-sche Brücke zu zerstören und so den Angreifern den freien Ver-kehr von einem Ufer zum andern zu hemmen, errichteten dieGoten ein siebentes Lager auf dem rechten Tiberufer, auf demsogenannten Felde des Nero, um jene Brücke zu beherrschen: vonhier aus bedrohten sie das aurelische und das transtiberinischeTor. In diesem Lager befehligte Markja die von ihm aus Gal-lien herangeführten Besatzungen, in den sechs übrigen der Königund fünf von ihm ernannte Heerführer. Die Goten hatten jedesLager mit Gräben umzogen, die ausgeschaufelte Erde als Wallaufgeworfen und auf der Krone mit Palisaden verstärkt. Siedurchschnitten die 14 Wasserleitungen, welche damals noch vonallen Seiten her nach der Stadt konvergierten.
Beiisar aber entfaltete in der Verteidigung Roms alle Mittelseines großen Feldherrntalents. Er übernahm in Person denSchutz des pincianischen und des sakrischen Tores, weil dort die