Gotisch-byzantinisches Ringen um Italien 526—568 617
weißer Stirn, durch die zu geschlossener Schutzwand verbun-denen Schilde seiner Trabanten gedeckt wurde, während er selbstsich durch das von ihm mächtig geschwungene Schlachtschwertdeckte.
Überläufer hatten den Goten verraten, daß Beiisar selbst eswar, der hier kämpfte.
Procopius, welcher als ständiger Begleiter des Beiisar diesemauf seinen Feldzügen folgte, hat diese Anfangs-Schlacht des18-jährigen Krieges farbenreich und lebendig („in den Farbender Ilias“, sagt Gregorovius ) geschildert. Er berichtet, daß sichum den Feldherrn herum rasch ein hoher Wall von gefallenenGoten und Griechen bildete.
Die Schilderung sagt weiter:
Nach grimmigemStreite wurden dieGriechen durch die Über-macht erdrückt; sie zogen sich fliehend auf den Hügel zurück,welcher vor der Porta Pinciana durch einen tiefen Einschnitt vomMonte Pincio getrennt wird.*) Die nachdrängenden gotischenReiter hielt so lange, mit unvergleichlicher Heldenkraft, Valentinauf, Stallmeister des Photius, der ein Sohn der Gemahlin Beiisarswar, bis die Fliehenden sich unter die Mauern der Stadt gerettethatten. Die siegreichen Goten verfolgten sie bis an jenes Tor.Aber die Wachen auf den Mauern fürchteten, der Feind möchtemit den Griechen zugleich eindringen, sie hielten deshalb, imGlauben, der Feldherr sei gefallen, die Tore gesperrt, währendsich die verzweifelnden Flüchtlinge zwischen dem Graben und derMauer zusammengepreßt hatten. Da ermahnte Beiisar die Sei-nigen zu einer letzten Kraftanstrengung; die Goten wurden in ihrLager am Fluß zurückgedrängt, und der byzantinische Generalrettete sich und seine ermatteten Truppen glücklich in die Stadt.Die Römer hatten einen Kampf beobachtet, der ihrer großen Vä-
*) Es muß der Bodenrücken sein, welcher von der Villa Borghese ge-gen Acqua Acetosa hinunter geht. Der Rückzug Beiisars würde demnachzunächst gegen die Monti Parioli zur Niederung und von dort im Schutzeder Mauern hinauf zur Porta Pinciana gegangen sein.
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