Teil eines Werkes 
2 (1933) Von der Zeit des Kaisers Konstantin bis auf die Neuzeit
Entstehung
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616 Vom Tode des Honorius bis zu den Langobarden

Gräben halte er sie geschützt. Durch feste Zinnen, welche inWinkel ausliefen und durch ihren kunstvollen Bau das Staunender Römer erregten, hatte er Aurelians Mauer verbessert. MitGetreide aus Sizilien und aus der römischen Campagna hatte erdie römischen Speicher gefüllt.

Vitiges seinerseits hatte den Winter benutzt, die gesamtenHeereskräfte der Goten zusammenzuziehen, zu bewaffnen, siemit Pferden und Panzern auszustatten, Fußvolk und Reiterei,viele Menschen und Pferde in Eisen gepanzert. Wie groß dieMacht war, wissen wir nicht. Die von Procop angegebene Zif-fer von 150,000 Mann, ist bestimmt übertrieben.

Vitiges marschierte auf der Salarischen Straße gegen Rom .Als die Goten, auf dem linken Ufer des Tiber vordringend, anden.im Frühjahr sehr reißenden Anio gekommen waren, und dieStadt Rom sich im Frühlicht vor ihnen ausbreitete, stürmten siegegen die durch einen festen Turm verschanzte Anio-Brücke,deren Besatzung zu ihrem Staunen verschwunden war. Dieverräterische Besatzung war in der Nacht geflohen, nicht nachRom sondern nach Campanien.

Die Goten schlugen die Brückentore ein und jetzt waren ihreScharen nicht mehr zu halten. Sie überschritten den Anio, Reite-rei gegen die Porta Salara vorschickend.

Bald sahen sie eine Kohorte von griechischen ihnen entgegentrabenden Reitern vor sich. Wie sich nacher herausstellte, rittan der Spitze von 1000 Reitern Beiisar selbst, welcher rekognos-cieren und die Sicherung insbesondere der Anio-Brücke kontrol-lieren wollte.

Wahrscheinlich hat es nur sehr kurze Zeit gedauert, bis aufbeiden Seiten die Kampftruppen gefechtsmäßig formiert warenund in gestrecktem Galopp aufeinander prallten. Der Kampfging nach dem ersten Anprallen Mann gegen Mann, Schwert ge-gen Schwert, dazu die Goten unterstützt von Pfeilen und Lanzender außerhalb des Gefechtsknäuels bereitstehenden Reserven.

Alsbald verdichtete sich der Kampf um den Führer der Grie-chen, welcher, weithin kenntlich an seinem schwarzen Roß mit