Gotisch-byzantinisches Ringen um Italien 526 — 568 615
des Schwertes berühmten und im ganzen Heer beliebten Vitiges,(Witichis) mit Jubel auf den Schild, ihn mit hallendem Zuruf alsKönig begrüßend.
Vitiges rückte mit den Truppen sofort nach Rom , in das erstolz und feierlich einzog. Er erließ eine Proklamation an dasganze Volk der Goten, daß ihn nicht das Geschrei und die Schmei-chelei von Höflingen, sondern das Geklirr der Waffen und dasGeschmetter der Tuben als König begrüßt habe.
Theodat entfloh auf der Flaminischen Straße gen Ravenna.Ein Gote, persönlicher Feind von ihm, Optaris, erreichte ihn aufder Flucht, warf ihn nieder, erwürgte ihn. Es war Ende 536.
Vitiges hielt es für richtig, sich für politische Verhandlungenund zur Mobilmachung des gesamten Gotenvolkes nach Ravennazu begeben. Nur 4000 Goten ließ er unter dem tapferen AnführerLeuderis in Rom zurück.
Vitiges versammelte den Senat und den hohen Klerus, welcheihm den Huldigungseid leisteten. Nach Ravenna nahm er dievornehmsten Senatoren als Geiseln mit.
Kaum hatte der neue Gotenkönig den Rücken gewendet, sobeschlossen die Römer, dem auf der lateinischen Straße heranzie-henden Beiisar Friedensgesandte und die Schlüssel der Stadt ent-gegen zu schicken.
Am 9. Dezember 536 zog Beiisar in Rom ein, nachdem Leu-deris seine 4000 Goten zu Vitiges nach Ravenna geschickt hatte,während er selbst aus Ehrgefühl in Rom blieb.
Beiisar schickte die Schlüssel Roms und den Leuderis alsGefangenen zum Zeichen seines Sieges nach Konstantinopel.
IV.
Im folgenden Frühjahr, März 537, rückte Vitiges mit dergesammelten gotischen Heeresmacht gegen Rom vor.
Beiisar hatte die Zeit benutzt, um die Stadt gleichmäßig ge-gen Sturm und Belagerung zu rüsten. Die seit Theodorich wie-der schadhaft gewordenen Mauern hatte er ausgebessert. Durch