622 Vom Tode des Honorius bis zu den Langobarden
Vitiges sah sich gezwungen die Einschließung der Maueinaufzugeben, vor denen er die kriegerische Blüte seines Volkes be-graben hatte.
„Die Blüte ihres Volkes, vielleicht die Hälfte derer die her-beigezogen, moderte in der furchtbar verwüsteten, verpesteten,menschenleeren Umgebung der zwar geretteten aber an Menschenund Habe verarmten, mit Krankheit und Elend erfüllten Stadt.Nicht nur alle noch übrigen Villen und Wohnungen der Cam-pagna lagen zerstört da: die Märtyrerkirchen und Friedhöfe bil-deten Trümmerhaufen, und von der Salara über die Nomentanahinaus scheint kaum ein Stein auf dem andern geblieben zusein.“ (Reumont.)
Die Belagerung hatte ein volles Jahr und neun Tage gewährt,vom März 537 bis Anfang März 538.
Die Goten hatten in dieser Zeit, alle Kämpfe mitgezählt, 69Schlachten geschlagen.
Vitiges wanderte mit dem Rest seiner Goten über Tusciennach Ariminum .
Drei Monate nach dem Abzug der Goten verließ auch Beli-sar mit seinem Heere Rom . Es war Ende Juni 538.
Die Stadt Rom war nunmehr für einige Jahre von dem Loosbefreit, Kriegsschauplatz zu sein, was bis zum Sommer 545währte, als der Gotenkönig Totila , der dritte Nachfolger desVitiges, sich vor Rom lagerte, um die von dem byzantinischenGeneral Bessas mit 3000 Kriegern besetzte Stadt einzuschließen.
VI.
Wir unterbrechen hier unsere Darstellung, um eine Ein-schaltung vorzunehmen, welche dem Leser, gemäß dem Rahmenunserer Aufgabe, eine möglichst klare Vorstellung vermitteln soll